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Immunonkologie: Merck kooperiert mit Pfizer

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Die Pharmaunternehmen Merck und Pfizer wollen gemeinsam Antikörper für die Behandlung von Tumorerkrankungen weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei der Anti-PD-1-Antikörper von Pfizer und der Anti-PD-L1-Antikörper von Merck. Der Anti-PD-L1-Antikörper wird derzeit bei verschiedenen Tumorarten getestet. Beide Antikörper sind noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung. Anti-PD-L1 wurde in einer Phase-1-Studie bei rund 550 Patienten eingesetzt. Zudem wurde die Substanz in einer Phase-2-Studie bei Patienten mit einem seltenen Hautkrebs (m-Merkelzell-Karzinom) getestet. Außerdem will Merck im Rahmen der Partnerschaft mit Pfizer den Wirkstoff Crizotinib (Xalkori®) zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom in den USA und anderen Märkten vertreiben.

 

Merck kann von der Kooperation erheblich profitieren. Das Darmstädter Unternehmen erhält eine Vorauszahlung von umgerechnet 680 Millionen Euro. Je nach kommerziellem Erfolg können weitere Zahlungen von bis zu 1,5 Milliarden Euro hinzukommen. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen hat das Ziel, die Erforschung und Entwicklung der Substanzen deutlich zu beschleunigen. Nach Angaben von Merck sollen im nächsten Jahr 20 klinische Immunonkologie-Entwicklungsprogramme starten.

 

Wissenschaftler setzen große Hoffnungen in Anti-PD-1- und Anti-PD-L1-Antikörper. Professor Dr. Alexander Eggermont, Melanom-Spezialist und ehemaliger Präsident der europäischen Krebsorganisation ECCO, hält es für wahrscheinlich, dass sich die Prognose vieler Melanom-Patienten dank Anti-PD1/PDL1-Therapie künftig deutlich verbessern könnte. Die Langzeitüberlebensraten unter dem CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab könnten mit Anti-PD1/PDL1-Produkten verdoppelt oder sogar verdreifacht werden. Innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre könnte das metastasierte Melanom so für mehr als die Hälfte der Patienten zu einer heilbaren Erkrankung werden. (dr) 

 

Lesen Sie dazu auch 

die Wirkstoffprofile Crizotinib (Xalkori® / 2012) und Ipilimumab (Yervoy® / 2011) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

17.11.2014 l PZ

Foto: Fotolia/mast3r