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Glaukom: Erst nur in ein Auge tropfen

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Um den Effekt der Therapie besser beurteilen zu können, sollten Glaukom-Patienten ihre Tropfen zunächst nur in ein Auge geben. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft in einer Pressemitteilung hin. Hintergrund dieses Hinweises ist, dass gar nicht so einfach festzustellen ist, ob die Therapie wirkt und welchen Effekt sie hat. Denn der Augeninnendruck unterliegt natürlichen Schwankungen, die sich sowohl im Tages- als auch im Jahresverlauf zeigen. «Das macht es schwer zu unterscheiden, ob Druckunterschiede zwischen Messungen ohne Tropfen und Messungen mit Tropfen nun auf das Medikament oder die natürlichen Druckschwankungen zurückzuführen sind», erklärt Professor Dr. Anselm Jünemann von der Universitätsmedizin Rostock.

 

Um diesem Dilemma zu entgehen, ist in den USA heute bereits ein neues Prozedere üblich. «Vor der Therapie misst der Augenarzt den Augeninnendruck beider Augen, am besten zu verschiedenen Zeitpunkten», erläutert Jünemann. Diese Messungen zeigen, ob der Augeninnendruck auf beiden Augen stets gleich ist oder einen gleichen Unterschied aufweist. Nach diesen Testmessungen könne man den Patienten raten, die Medikamente für bis zu vier Wochen zunächst nur in ein Auge zu tropfen. Damit könne der Arzt nun im direkten Vergleich mit dem zweiten Auge anhand der Differenz ermitteln, ob das Medikament eine drucksenkende Wirkung entfaltet. «Ist das der Fall, können beide Augen therapiert werden», so Jünemann.

 

Das einseitige Tropfen hat noch einen weiteren Vorteil, auf den Professor Dr. Johann Roider vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel hinweist. «Der Augenarzt kann besser erkennen, ob das Medikament unerwünschte Nebenwirkungen hat, etwa Entzündungen der Lider, Bindehaut oder Hornhaut». Um Nebenwirkungen zu minimieren, raten die Augenärzte zudem, die Augenlider nach dem Tropfen zu schließen und mit den Fingern eine Minute lang sanft auf den inneren Augenwinkel neben der Nase zu drücken. «Dieses Manöver hilft zu vermeiden, dass die Wirkstoffe in den Blutkreislauf gelangen und die Leber unnötig belasten», so Roider. (ss)

 

11.09.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Coka