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Blutung nach Wechseljahren: Hinweis auf Gebärmutterkrebs

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Blutungen nach den Wechseljahren können ein Frühsymptom von Gebärmutterkrebs sein. Betroffene Frauen sollen deshalb unbedingt einen Gynäkologen aufsuchen, raten Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

 

Etwa 11.500 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an einem Endometriumkarzinom. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei 69 Jahren. Werde der Krebs frühzeitig erkannt, stünden die Heilungschancen gut, heißt es in einer Pressemitteilung der DEGUM.

 

Ein wichtiger Anhaltspunkt, um bei Blutungen nach den Wechseljahren das Risiko für ein Endometriumkarzinom einzuschätzen, sei die Dicke der Gebärmutterschleimhaut, erklärt DEGUM-Experte Dr. Markus Hoopmann, Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen. Sei diese 5 Millimeter oder dicker, hätten Frauen mit postmenopausalen Blutungen ein vergleichsweise hohes Risiko für Gebärmutterkrebs: Jede vierte von ihnen sei betroffen und die Untersuchung einer Gewebeprobe auf veränderte Zellen unumgänglich. Messe die Schleimhaut hingegen weniger als 4 Millimeter, ist das Risiko eines Gebärmutterkrebses laut Hoopmann sehr gering und die Suche nach anderen Blutungsursachen stünde im Vordergrund.

 

Eine Blutung nach den Wechseljahren sei zwar beunruhigend und bedürfe der weiteren Klärung, heißt es in dem Schreiben der DEGUM weiter. «Eine Krebserkrankung findet sich aber nur bei einer Minderheit der betroffenen Patientinnen», so Hoopmann. Häufig seien Entzündungen, Polypen oder Myome die Ursache. Nur bei einer von zehn Frauen sei es letztlich Gebärmutterkrebs. (ke)

 

14.07.2014 l PZ

Foto: DAK/Wigger