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Uni Leipzig: Pharmazie ist immer noch «in»

 

Wie in jedem Jahr hatte die Universität Leipzig zum Tag der offenen Tür geladen und dabei Studieninteressierte über ihr Angebot informiert. Auch das von Schließungsplänen bedrohte pharmazeutische Institut (Foto) öffnete am gestrigen Donnerstag seine Pforten. Nach Angaben des Studiendekans für Biowissenschaften und Pharmazie, Professor Thilo Bertsche, gab es ein enormes Interesse am Pharmaziestudium.

 

Wie die PZ berichtete, steht die Schließung des Pharmaziestudiengangs seit Dezember 2011 im Raum. Das Rektorat der Uni Leipzig hatte dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) die Schließung vorgeschlagen, um die vom SMWK geforderten Einsparungen zu erzielen. Im September 2012 hatte die sächsische Sozialministerin Christine Clauß (CDU) ein Veto gegen die Schließung eingelegt. Ende 2013 wurde in einem vom Sächsischen Apothekerverband und von der Sächsischen Apothekerkammer angeforderten Rechtsgutachten festgehalten, dass die Uni diesen Staatsexamensstudiengang ohne Einverständnis des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz gar nicht abschaffen darf.

 

Professor Thilo Bertsche betreut das Fach Klinische Pharmazie und stellte beim Tag der offenen Tür gemeinsam mit zwei Pharmaziestudenten die Struktur des Pharmaziestudiums vor. Dabei war auch Jörg Bretschneider als Kontaktperson der Sächsischen Landesapothekerkammer zugegen. Themen seines eigenen Vortrags waren laut Bertsche unter anderem die Besonderheiten des Studiums in Leipzig. Dazu zählen die Stationsvisiten in einem Krankenhaus für alle Pharmaziestudenten oder die fremdsprachlichen Pharmazieseminare zur Förderung der internationalen Vernetzung. Außerdem sei Leipzig einer der wenigen Standorte, die im Jahr 2010 eine in der Forschung patientennah ausgerichtete Professur in Klinischer Pharmazie besetzt habe, so Bertsche. Daneben habe er die Studienanwärter über ein Konzept des pharmazeutischen Instituts informiert, wie mit Nachwuchswissenschaftlern und erfahrenen Lehrkräften eine hochwertige Lehre angeboten werden kann – trotz derzeit nicht besetzter Professuren.

 

Bertsche zufolge kam natürlich auch die geplante Schließung zur Sprache, denn viele «wollen sich bewusst für einen Standort entscheiden», sagte der Studiendekan. Er habe sowohl über die Schließungspläne des Rektorats und des SMWK, das Veto der Sozialministerin als auch das sächsische Hochschulrecht referiert, demzufolge jeder Studierende sein bereits begonnenes Studium in Sachsen beenden könne. «Die Veranstaltung war bestens besucht und das Interesse enorm. Dies zeigte sich auch an den vielen gezielten Rückfragen an uns im anschließenden persönlichen Gespräch», sagte Bertsche. Ob es zum nächsten Studienstart im Wintersemester 2014/2015 Immatrikulationen im Pharmaziestudiengang in Leipzig geben wird sei noch unklar, so Bertsche. Darüber soll in den nächsten Tagen entschieden werden. (ys)

 

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Rechtsgutachten: Pharmazie in Leipzig muss bleiben, PZ 43/2013

 

10.01.2014 l PZ

Foto: Universität Leipzig