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Marburg: Zentrum für unerkannte Krankheiten startet

 

Für Patienten mit unerklärlichen Beschwerden gibt es an der Uniklinik in Marburg eine neue Anlaufstelle. Am «Zentrum für unerkannte Krankheiten» wollen Ärzte die Diagnose für Betroffene finden. «Menschen mit seltenen oder unerkannten Krankheiten passen in keine einzelne Schublade», sagte der Leiter des Zentrums, Professor Jürgen Schäfer, zur Vorstellung der Einrichtung. Ihr Krankheitsbild sei oft komplex, weswegen es wichtig sei, dass ein Team nach den Ursachen forsche. Zum Team gehören rund zehn Mediziner unterschiedlicher Fach­richtungen. Das Zentrum nimmt im Dezember die Arbeit auf.

 

«Wir haben in Deutschland mehr Patienten mit seltenen Erkrankungen als FDP-Wähler», sagte Schäfer. Etwa vier Millionen Menschen seien betroffen. Bei der Suche nach der Diagnose sei entscheidend, dass man genau hinschaue. Helfen soll unter anderem auch eine Datenbank zu Symptomen und Labortests. Die Mitarbeiter des Zentrums können sich Schäfer zufolge pro Monat mit 70 bis 80 Fällen beschäftigen. Diese werden von ihren Ärzten überwiesen oder die Marburger schauen sich aus der Ferne die Krankenakten an. Aber nicht immer könne auch eine Diagnose gefunden werden, sagte Schäfer.

 

Die Gründung des Zentrums ist laut Uniklinikum Gießen-Marburg die Reaktion auf Schäfers «Dr. House»-Seminare und das damit verbundene Patientenecho. Im Jahr 2008 bot der Professor erstmals eine Lehrveranstaltung an, in der er die US-Serie zum Thema machte. «Dr. House» löst darin schwierige Krankheitsfälle. Nach Medienberichten über sein Seminar hätten sich immer häufiger verzweifelte Patienten gemeldet, sagte Schäfer, dem seine Arbeit den Spitznamen «Deutscher Dr. House» eingebracht hat. Mit der Gründung des Zentrums sollten die Strukturen geschaffen werden, um besser helfen zu können.

 

27.11.2013 l dpa

Foto: Fotolia/El Gaucho