Jubiläum: 75 Jahre Apotheken-Museum |

Das Deutsche Apotheken-Museum in Heidelberg wird 75 Jahre alt. In einer fast perfekten Symbiose mit dem Heidelberger Schloss ist es in den vergangenen Jahren zu einem der am besten besuchten Museen aufgestiegen. Jedes Jahr besuchen es rund 600.000 Menschen.
Bei einer Veranstaltung mit rund 40 anwesenden Repräsentanten des Berufsstandes erinnerte der Vorsitzende der Deutschen-Apotheken-Museums-Stiftung, Thomas Benkert, an den Start des Museums 1938 in München. Nach nur einem Jahr sei es damals schon vorbei gewesen: Kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs schloss das Museum wieder. Der Umzug nach Bamberg bei der erneuten Eröffnung 1950 sei aufgrund der dortigen Räumlichkeiten ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Mit dem Heidelberger Schluss jedoch sei 1957 ein neuer, geeigneter Standort gefunden worden, sagte Benkert. Seitdem gehe es aufwärts.
Die Zahl der Besucher steigt laut Benkert stetig. Nur ein Bruchteil davon seien Apotheker, dafür gebe es viele Überzeugungstäter, die regelmäßig kämen. Der große Zuspruch ist nach Angaben von Benkert ein Verdienst der seit 1997 aktiven Museumsführung unter der Leitung von Elisabeth Huwer. Gemeinsam mit ihrem Team organisiere sie Sonderausstellungen, Kindergeburtstage und andere Veranstaltungen. Ein Apothekergarten als neues Projekt sei in den kommenden Jahren geplant.
Der Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Friedemann Schmidt, bezeichnete das Apothekenmuseum als eine Möglichkeit für Apotheker, sich auf die eigenen Wurzeln zu besinnen. Ein freier Heilberuf müsse sich von Zeit zu Zeit auf seine Tradition berufen. Gerade in der aktuellen Situation des Berufsstandes sei dies wichtig, dürfe aber nicht zu einer Verklärung der Vergangenheit führen.
Auch die Verantwortlichen des Apothekenmuseums schauen nach vorne. Benkert nannte zwei wichtige Projekte für das Jubiläumsjahr: Zum einen solle das Stiftungsvermögen deutlich aufgestockt werden, zum anderen wolle die Leitung Buchpaten finden, die mit einer objektbezogenen Spende die Restaurierung eines antiken Buchs ermöglichen. (dr)
19.11.2013 l PZ
Foto: Deutsches Apotheken-Museum