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Colitis ulcerosa: Mucosaheilung als Ziel

 

Die Colitis ulcerosa (CU) ist eine chronische, schubweise verlaufende Erkrankung des Dickdarms. Das Rezidivrisiko der Patienten sinkt jedoch, wenn die Darmschleimhaut nach einem Schub komplett abheilt. Die beste Prognose hätten jene Patienten, bei denen endoskopisch keine mukosale Barrierestörung nachgewiesen werden kann, sagte Professor Dr. Ralf Kiessling, Frankfurt am Main, vor Medizinjournalisten in München. Klinisch könne man die Entzündungsaktivität und damit den Grad der Mukosaheilung aber nicht beurteilen. Der Arzt plädierte für die Koloskopie, am besten im Verbund mit der Endomikroskopie. Damit könne der Untersucher Epithellücken oder Mikroerosionen entdecken.

 

Zur Therapie der CU werden Glucocorticoide, 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) und Derivate, Immunmodulatoren wie Azathioprin und Biologika wie Infliximab eingesetzt. Corticoide können bei kurzzeitigem Einsatz die Entzündung eindämmen. «Damit erzielt man aber keine mukosale Heilung», sagte Kiessling bei der von dem Pharmaunternehmen Shire unterstützten Veranstaltung. Bei akuten Schüben einer leichten bis mittelschweren CU kann Mesalazin (5-ASA) auch als Monotherapie gegeben werden. Zum Remissionserhalt seien Retardarzneiformen zu bevorzugen, die der Patient nur einmal täglich schlucken muss. «Die Mesalazin-Dauertherapie senkt das Schubrisiko und das Risiko für kolorektale Tumoren bei CU-Patienten, vor allem wenn der Darm großflächig befallen ist», sagte Kiessling.

 

Wichtig: Etwa 3 Prozent der Patienten reagieren auf Mesalazin mit einer akuten Verschlimmerung. Sie erleiden zum Beispiel Krämpfe, Bauchschmerzen und blutige Durchfälle. Dann muss das Medikament sofort abgesetzt werden. (bmg)

 

03.09.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki