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Interaktionen: Hyperkaliämie als schwere Komplikation

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Gerade die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen birgt durch komplexe Therapien und Polymedikation ein hohes Risiko für Interaktionen. Besonders schwerwiegend ist die Komplikation Hyperkaliämie, wie Dr. Nina Griese vom Zentrum für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) beim Pharmacon in Meran erläuterte.

 

Kaliumsparende Diuretika wie Spironolacton, Triamteren oder Amilorid erhöhen das Risiko einer Hyperkaliämie. Diese kann sich mitunter innerhalb von ein bis zwei Tagen entwickeln und mit schwerwiegenden Symptomen wie Blutdruckabfall, Arrhythmien bis hin zum Herzstillstand einhergehen. Ein kritischer Zustand kann bei Blutserumwerten über 5 mmol/L auftreten. Werden die kaliumretinierenden Diuretika mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Antagonisten kombiniert, sind additive Effekte zu erwarten. Auch die gleichzeitige Gabe von kaliumsparenden und -ausscheidenden Diuretika habe keinen ausgleichenden Effekt. Hier sei eher eine erhöhte Kaliumretention zu erwarten, so Griese.

 

In der Praxis sollten daher zu Beginn einer Therapie mit ACE-Hemmern nicht zusätzlich sofort kaliumsparende Diuretika dazugegeben werden. Für Spironolacton wird empfohlen, die tägliche Dosis von 25 Milligramm nicht zu überschreiten. Auch wird empfohlen, Kalium-und Kreatininspiegel regelmäßig zu überprüfen.

 

Faktoren wie Diabetes mellitus, Nierenfunktionsstörungen, die Gabe von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder eine Kaliumsubstitution erhöhen zusätzlich das Risiko einer Hyperkaliämie. Griese warnte daher grundsätzlich vor einer Kaliumsubstitution in der Selbstmedikation: «Das ist ein Hochrisiko-Arzneimittel. Ohne nachgewiesene Hypokaliämie sollte niemand Kalium substituieren.» (va)

 

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06.06.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Pixel