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Kinder mit Rheuma: Ein Fall für den Spezialisten

 

Erkranken Kinder oder Jugendliche an Rheuma, spricht man von Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA). Kinderrheumatologen unterscheiden zahlreiche Unterformen der JIA, deren Differenzierung oftmals nicht einfach ist. Die richtige Klassifikation ist aber immens wichtig, da sie Auswirkungen auf die Therapie hat. «Eltern betroffener Kinder sollten daher dringend an spezialisierte Fachärzte verwiesen werden», sagte Professor Dr. Johannes-Peter Haas vom Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen beim Pharmacon-Kongress in Davos. In Deutschland gibt es zurzeit 56 kinderrheumatologische Versorgungseinheiten. Ein Verzeichnis findet sich auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (externer Link).

 

Neben der optimalen medikamentösen Behandlung hat bei Heranwachsenden die Bewegungstherapie zentrale Bedeutung. Der Grund dafür ist laut Haas die Besonderheit der kindlichen Anatomie. Ein Kind, das Schmerzen hat, gewöhne sich sehr schnell eine Schonhaltung an. Viel leichter als bei erwachsenen Patienten komme es dadurch zu einer Lockerung des Kapsel- und Bandapparats sowie zu einer Störung des muskulären Gleichgewichts. «Wenn wir hier nicht konsequent mit Physio-, Ergo- und Sporttherapie gegensteuern, kommt es schnell zu einer permanenten Fehlstellung, die ihrerseits wieder Schmerzen hervorruft – ein Teufelskreis», erklärte Haas.

 

Um sekundäre Schäden an den Gelenken zu verhindern, müssen Kinder und Jugendliche mit rheumatischen Erkrankungen daher zu regelmäßigem, auf ihre spezielle Situation abgestimmtem Training motiviert werden. «Besonders bei Teenagern ist das eine große Herausforderung», sagte Haas. (am)

 

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08.02.2012 l PZ

Foto: Fotolia/CandyBox Images