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Herzinfarkt: Risiko steht schon früh fest

 

Wer gesund lebt und Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung meidet, verbessert damit langfristig seine Überlebenschancen. Denn das lebenslange Risiko, an einer kardiovaskulären Krankheit zu sterben, reduziert sich beträchtlich, wenn man im mittleren Lebensalter aufs Rauchen verzichtet und den Blutdruck sowie Cholesterol- und Blutzuckerspiegel unter Kontrolle hat. Umgekehrt erhöht aber ein ungesunder Lebensstil mit mehreren Risikofaktoren bereits im mittleren Lebensalter beträchtlich die Wahrscheinlichkeit, später an einem kardiovaskulären Ereignis wie Herzinfarkt zu sterben. Das ergab eine jetzt im «New England Journal of Medicine» erschienene Metaanalyse.

 

Die Autoren um Donald M. Lloyd-Jones von der Universität Chicago (USA) werteten die Daten von mehr als 250.000 Erwachsenen aus, indem sie die kardiovaskulären Risikofaktoren der Teilnehmer jeweils im Alter von 45, 55, 65 und 75 Jahren bestimmten. Als Risikofaktoren werteten sie Gesamtcholesterolspiegel höher als 180 Milligramm pro Deziliter, Blutdruck über 120/80 mmHg, Rauchen und Diabetes mellitus. Abhängig davon berechneten die Forscher das lebenslange Risiko der Teilnehmer für tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse.

 

Hatten Männer im Alter von 55 Jahren keine der genannten Risikofaktoren, betrug ihr Risiko, an einem kardiovaskulären Ereignis zu sterben, knapp 5 Prozent. Waren zwei oder mehr Risikofaktoren erfüllt, erhöhte sich das Risiko auf fast 30 Prozent. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so groß war der Unterschied bei Frauen (etwa 6 Prozent gegenüber etwa 20 Prozent). Die von manchen Patienten als abstrakt empfundenen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich also direkt in eine erhöhte Sterbewahrscheinlichkeit übersetzen. (am)

 

doi: 10.1056/NEJMoa1012848

 

31.01.2012 l PZ

Foto: Fotolia/psdesign1