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Streit um Btm: NRW-Apotheker sauer auf Novitas BKK

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Die Apotheker in Nordrhein-Westfalen ärgern sich über die Pingeligkeit der Novitas BKK. Die lasse Schmerz- und Tumorpatienten in Zukunft länger auf Betäubungsmittel warten, wenn der Arzt das Rezept nicht vollständig korrekt ausfüllt. Die Novitas BKK will 60 000 Betäubungsmittelrezepte aus diesem und dem vergangenen Jahr prüfen, weil die Ärzte angeblich die Rezepte zu schlampig ausfüllen. Bis dahin will die Kasse die auf fehlerhaften Rezepten beruhenden Rechnungen der Apotheken nicht begleichen.

 

Apotheker haben dafür kein Verständnis: «Durch übertriebenes bürokratisches Verhalten gefährdet die Novitas BKK die Versorgung ihrer Versicherten mit Betäubungsmitteln», erklärte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein. Er kann die Haltung der Krankenkasse nicht nachvollziehen. Schließlich hätten die Apotheker die Patienten ordnungsgemäß versorgt.

 

Auch beim Apothekerverband Westfalen-Lippe ist man verärgert über die Novitas BKK: «Unter dem Vorwand der Patientensicherheit tobt sich da jemand bei der Kasse aus und versucht, finanzielle Vorteile auf Kosten der die Arzneimittel abgebenden Apotheken herauszuschlagen», sagte Dr. Klaus Michels, Vorsitzender des Apothekerverbands Westfalen-Lippe. «Diese haben die Schmerzpatienten ordnungsgemäß versorgt, statt sie für einen Federstrich zum Arzt zurückzuschicken. Trotzdem will die Kasse die Arzneimittel nicht erstatten. Das ist nichts als Geldmacherei.» Beide Apothekerverbände forderten die Krankenkasse auf, zu einer seriösen Geschäftspraxis zurückzukehren und Augenmaß walten zu lassen. (dr)

 

27.09.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Klaus Eppele