Antibabypille wirkt sich kaum auf Knochendichte aus |

Orale Kontrazeptiva beeinflussen kaum das Knochenwachstum junger Mädchen und Frauen – zumindest kurzfristig. Das ergab eine Erhebung einer US-amerikanischen Studiengruppe. Sie untersuchte die Knochendichte von 301 Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie von 305 Frauen zwischen 19 und 30. 389 Probandinnen nahmen über mehrere Monate bis zu drei Jahre hormonelle Kontrazeptiva ein. Diese Daten verglichen sie mit den Daten der anderen 217 Frauen, die ein vergleichbares Alter hatten, jedoch nicht mit «der Pille» verhüteten.
Die Auswirkungen der extern zugeführten Hormone waren marginal. Nach zwei Jahren hatten Teenager, die höher dosierte Pillen nahmen (30 bis 35 Mikrogramm Estrogene) eine um 1 Prozent niedrigere Knochendichte als die Vergleichsgruppe. Vorher zeigte sich kein Unterschied. Bei den älteren Probandinnen war auch nach zwei Jahren Pilleneinnahme kein Unterschied zur Kontrollgruppe festzustellen.
Wenn die Mädchen und Frauen mit der Einnahme stoppten, war ein bis zwei Jahre später ein leichter Unterschied zur Kontrollgruppe zu erkennen (insgesamt unter 2 Prozent). Wie sich die leicht geringere Knochendichte im späteren Leben auf Osteoporose und Frakturen auswirkt, ist noch nicht klar. Interessant wäre auch den Effekt nach Einnahme über mehr als drei Jahre zu beobachten.
Orale Kontrazeptiva nehmen vor allem Frauen unter 30 ein. Doch gerade in dieser Phase bauen sie noch Knochenmasse für das spätere Leben auf. Die Studienautoren empfehlen daher jungen Frauen, auf einen hohen Calcium- und Vitamin-D-Gehalt mit der Nahrung zu achten, gewichtsorientierten Sport zu betreiben wie Yoga, Walken oder Tanzen, nicht zu rauchen und nur in Maßen Alkohol zu trinken. Die Ergebnisse sind im «Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism» veröffentlicht. (db)
doi:10.1210/jc.2010-3027
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20.07.2011 l PZ
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