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Genitalherpes auch ohne Symptome ansteckend

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Herpes-simplex-Viren vom Typ 2 sind auch übertragbar, wenn der Betroffene äußerlichen Anzeichen von Genitalherpes zeigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit infizierten 498 Teilnehmern. 410 Probanden zeigten bereits Symptome. 88 hingegen hatten bislang keine Anzeichen bemerkt, als bei ihnen Antikörper gegen die Viren im Blut festgestellt worden waren. Die Studie von Anna Wald und Kollegen von der Universität von Washington und dem Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle ist im US-Fachjournal JAMA veröffentlicht.

 

Infektionen mit Herpes-simplex-Viren 2 gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, die weltweit am häufigsten vorkommen. Laut Studienautoren sind 536 Millionen Menschen damit infiziert, jährlich kommen 23,6 Millionen Menschen zwischen 15 und 49 Jahren hinzu. In den USA haben demnach 16 Prozent aller Erwachsenen Antikörper gegen die Viren im Blut, wurden also infiziert.

 

Es seien jedoch nur bei 10 bis 25 Prozent dieser Menschen jemals Symptome im Genitalbereich aufgefallen. Zu den Symptomen können ein Brennen und Jucken sowie Bläschenbildung auf der Haut und Schleimhaut gehören. Teilweise können auch allgemeine Beschwerden wie Fieber auftreten.

 

An der Studie nahmen 215 Männer und 283 Frauen teil, die alle bereits infiziert waren. Sie gaben im Laufe von zwei Monaten jeweils mindestens 30 Abstriche ab. Bei den 410 Patienten, die schon Symptome durch die Genitalviren gehabt hatten, lag der Anteil der Tage, an denen HSV-2 an den Genitalien nachgewiesen wurde, im Mittel bei 20 Prozent. Hingegen lag der Anteil bei den 88 Teilnehmern ohne Beschwerden im Mittel bei 10 Prozent der Tage und damit niedriger.

 

Laut Studienautoren ist die Aktivität der Viren auf der Haut und Schleimhaut im Genitalbereich für eine Übertragung entscheidend. Das heißt, die Viren können auch aktiv sein, wenn keinerlei Symptome vorliegen. Sie empfiehlt Betroffenen, ihre Sexualpartner über die Möglichkeit einer Infektion aufzuklären, Kondome zu nutzen. Auch eine antivirale Behandlung senke das Übertragungsrisiko.

 

doi: 10.1001/jama.2011.420

 

13.04.2011 l PZ/dpa

Foto: CDC/Murphy-Whitfield