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Ketoprofen-Schmerzgel: Nur mit Rezept abgeben

 

Ketoprofen-haltige Dermatika haben ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis – wenn der Patient einige Hinweise zur Anwendung befolgt. Zu diesem Schluss kommen Gutachter der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. So können unter Ketoprofen schwere photosensitive Reaktionen auftreten. Zudem kann die Haut für und durch den chemischen Sonnenschutzfilter Octocrylen sensibilisiert werden.

 

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA stuft das photoallergische Risiko topischer Ketoprofen-Mittel als relativ gering ein. Es tritt etwa ein Fall pro 1 Million Anwender auf. Dieses Risiko könne durch bestimmte Maßnahmen weiter minimiert werden. Obwohl nicht rezeptpflichtig, empfiehlt der Ausschuss, Ketoprofen-Dermatika nur nach Verschreibung eines Arztes anzuwenden. Die Patienten sollen sich vor Sonneneinstrahlung schützen und nicht gleichzeitig UV-Schutzmittel verwenden, die Octocrylen enthalten. Die Kontraindikationen sollen zudem verschärft werden. Dies muss die Europäische Kommission noch beschließen.

 

Ketoprofen ist ein nicht steroidales Antirheumatikum. Topisch kommt es bei leichten Traumen, Sehnenentzündungen, Osteoarthritis der kleinen Gelenke sowie bei akuten Schmerzen im unteren Rückenbereich und Venenentzündungen zum Einsatz. In Deutschland sind zum Beispiel Advel® Schmerzgel, Dolormin Schmerzgel mit Ketoprofen, Effekton Gel und Phardol® auf dem Markt. (db)

 

23.07.2010 l PZ

Foto: Fotolia/Kaulitzki