RKI ruft zur Masern-Impfung auf |

In diesem Jahr haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits 219 Menschen in Deutschland mit Masern angesteckt. 35 Patienten erkrankten so schwer, dass sie sich in einer Klinik behandeln lassen mussten. «Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit», sagte Reinhard Burger, Vizepräsident des RKI, heute zum Auftakt der Europäischen Impfwoche (24. April bis 1. Mai). Die Ständige Impfkommission empfiehlt deshalb zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr. Auch Erwachsene, die oft schwerer an der Infektion erkranken als Kinder, können sich impfen lassen.
Seit Jahren gehen die Zahlen der Maserninfektionen in Deutschland nicht zurück. Sie schwanken seit 2005 zwischen dem niedrigsten Wert von 566 Fällen im Jahr 2007 und dem höchsten Wert von 2308 Fällen im Jahr 2006. Bei diesem schwersten Ausbruch der vergangenen Jahre erkrankten allein in Nordrhein-Westfalen 1700 Menschen an Masern, zwei Kinder starben daran.
Vergesslichkeit ist nach Einschätzung von RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher der Hauptgrund dafür, dass sich die Masern in Deutschland nicht ausrotten lassen. Denn eine Impfpflicht gibt es nicht. Häufig nehmen Eltern die erste Masernimpfung für Kleinkinder noch wahr. Die zweite Impfung, die einen guten Schutz vor der Krankheit bewirkt, wird aber vernachlässigt. Das bestätigen auch die jüngsten Untersuchungen vor der Einschulung von Kindern. Fast 96 Prozent der ABC-Schützen sind nach RKI-Angaben in Deutschland einmal gegen Masern geimpft, das ist ein guter Wert. Doch nur 89 Prozent haben auch die zweite Impfung erhalten. Diese Zahl ist schon erheblich besser als noch 2003 (51 Prozent). Doch sie reicht nicht, um die Krankheit auszurotten.
26.04.2010 l dpa
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