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H1N1-Impfung: Dosis-Empfehlung für Pandemrix

 

Mit den Impfempfehlungen gegen die Neue Influenza A (H1N1) haben das Robert-Koch- und das Paul-Ehrlich-Institut die Dosierung des Impfstoffs Pandemrix® von GlaxoSmithKline festgelegt. Bislang hat die Bundesrepublik 50 Millionen Dosen nur von diesem Impfstoff bestellt. Kinder im Alter von 6 Monaten bis 9 Jahre sollten zweimal eine halbe Erwachsenendosis (0,25 Milliliter) mit einem Mindestabstand von drei Wochen erhalten. Erwachsene älter als 60 Jahre sollten zwei Dosen (je 0,5 Milliliter) mit einem Mindestabstand von drei Wochen erhalten. Kinder und Erwachsene im Alter von 10 bis 60 Jahren sollen zunächst nur eine normale Dosis (0,5 Milliliter) erhalten, da Daten kleinerer Studien für eine ausreichende Schutzwirkung sprechen. Bis November 2009 rechnet das RKI mit genügend Daten, um die Empfehlung eventuell doch noch auf eine Auffrischungsimpfung zu erweitern. Diese könnte innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Schwangere sollten bevorzugt mit einem nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoff behandelt werden. Solange solch eine Vakzine noch nicht vorliegt, könne jedoch auch die Impfung mit Pandemrix sinnvoll sein, zum Beispiel bei einer Grunderkrankung, Geschwisterkindern oder beruflicher Exposition. Die Zulassung decke dies ab. Auch Stillende können mit Pandemrix geimpft werden. Die Vakzine enthält das Adjuvanz AS03.

 

«Schwangerschaft ist keine Kontraindikation für eine Impfung», betonte Dr. Susanne Stöcker, Pressesprecherin des PEI, gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Leider seien viele Frauen durch eine undifferenzierte Berichterstattung in den Medien verunsichert. Das Risiko, seinem ungeborenen Kind durch eine Infektion zu schaden, ist jedoch höher als das durch mögliche Impfnebenwirkungen. Bislang habe Deutschland keine Möglichkeit, nicht-adjuvantierten Impfstoff zu beziehen. Darüber müsse gegebenenfalls mit den Pharmaherstellern neu verhandelt werden, die ihre Produktion umstellen müssten. Denn ohne Adjuvanz ist eine höhere Dosis Antigen erforderlich. Adjuvantierte Impfstoffe hätten zudem den Vorteil, auch gegen Drift-Varianten, also gegen die gefürchteten leicht mutierte Formen des Virus, zu schützen. (db)

 

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08.10.2009 l PZ

Foto: GSK