Betrugsverdacht: Rohypnol für Junkies |

Ein Apotheker aus Frankfurt am Main soll Drogenabhängige mit Flunitrazepam (Rohypnol®) versorgt und im Gegenzug Rezepte für teurere Medikamente erhalten haben, um sie mit Krankenkassen abzurechnen. Am Montag durchsuchte die Staatsanwaltschaft Geschäftsräume und Wohnung des 50-Jährigen sowie acht weitere Wohnungen von Beschuldigten, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte. Ob es sich bei den anderen Verdächtigen ebenfalls um Apotheker handelt, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt.
Vorgeworfen wird dem 50-Jährigen, seit 2005 einen «schwunghaften Handel» mit der Abgabe von Rohypnol an Heroinsüchtige betrieben zu haben. Laut Insider-Informationen habe er einen «Großteil der Frankfurter Drogenszene» beliefert. Süchtige verwenden das Benzodiazepin, um ihre Entzugserscheinungen zu lindern. Manche lösen die Tabletten sogar auf oder dispensieren sie, um sie sich zu injizieren, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Im Gegenzug für die Tabletten habe der Beschuldigte statt Bargeld Rezepte für «hochpreisige Medikamente» erhalten, die er nicht beliefert, aber mit den Krankenkassen abgerechnet habe. So sei ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro entstanden. Erste Hinweise kamen aus der Drogenszene, aber auch eine ehemalige Angestellte hat der Polizei bereits Angaben gemacht. Gegen den Apotheker wurde ein vorläufiges Berufsverbot erlassen. (db)
25.08.2009 l PZ
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