Autoimmunerkrankungen: Lepramittel wirkt |

Der gegen Lepra eingesetzte Wirkstoff Clofazimin eignet sich möglicherweise für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Typ-1-Diabetes und Psoriasis. Zu diesem Ergebnis kommt das Forscherteam um Professor Dr. Jun O. Liu von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore. Wie die Wissenschaftler in «Public Library of Science» (Doi:10.1371/journal.pone.0004009) berichten, blockiert Clofazimin den Calcium-Einstrom in Immunzellen. Ohne ausreichend intrazelluläres Calcium sei der Signalweg für die Immunantwort praktisch ausgeschlossen. Bei einer Autoimmunerkrankung ist das von Vorteil, da sich das Immunsystem in einem solchen Fall fälschlicherweise gegen körpereigene, ungefährliche Strukturen richtet. Als Zielstruktur von Clofazimin haben die US-Wissenschaftler den Kaliumkanal Kv 1.3. ausgemacht. Er spielt eine wichtige Rolle in der Signalkaskade. Wird der Kanal von Clofazimin blockiert, beeinflusst das im Folgenden einen Calciumkanal und schließlich die Menge an freiem Calcium in den Immunzellen. Klinische Tests sollen nun klären, ob Clofazimin tatsächlich ein weiteres Indikationsgebiet bekommen könnte. Die Tatsache, dass der Arzneistoff im Gegensatz zu anderen Kv-1.3.-Inhibitoren schon seit vielen Jahren beim Menschen zur Anwendung kommt, rechtfertigt den Wissenschaftlern zufolge die Durchführung derartiger Untersuchungen. (ss)
02.02.2009 l PZ
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