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Tilidin: Apotheker fordern Btm-Pflicht

 

Das Schmerzmittel Tilidin soll für Kriminelle nach dem Willen der Berliner Apotheker künftig schwerer erhältlich sein. Weil die üblichen Kassenrezepte häufig gefälscht würden, dürfe die als Droge missbrauchte Substanz nur auf Betäubungsmittelrezepten verordnet werden, forderte die Berliner Apothekerkammer am Dienstag. «Diese speziellen Formulare sind besonders fälschungssicher, auch weil bei der Abgabe jeder Schritt dokumentiert wird.» Die Pharmazeuten unterstützen damit einen geplanten Vorstoß der Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD). Sie will sich dafür stark machen, Medikamente mit dem aufputschenden Wirkstoff voll dem Betäubungsmittelgesetz zu unterwerfen.

 

Tilidin wird eigentlich als Schmerzmittel etwa an Krebspatienten und Rheumatikern verabreicht. Das euphorisierende und enthemmende Medikament tritt aber auch häufig im Zusammenhang mit schweren Gewalttaten auf. Experten beklagen die Suchtgefahr. Nach Schätzungen der Fachstelle für Suchtprävention wurden im vergangenen Jahr allein in Berlin rund 2500 Rezepte gefälscht, um an das verschreibungspflichtige Mittel zu kommen.

 

12.08.2008 l dpa

Foto: Fotolia/SundayPictures