Studie: Längere Fehlzeiten durch Rückenschmerzen |

Die Fehlzeiten deutscher Arbeitnehmer wegen Rückenschmerzen haben deutlich zugenommen. Die daran erkranken Beschäftigten konnten im vergangenen Jahr laut einer Studie im Schnitt an 19,7 Tagen nicht arbeiten. Im Vorjahr waren es noch 17,9 Tage gewesen. Das entspricht einem Plus von rund zehn Prozent. Insgesamt machten die Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) fast ein Viertel und damit den höchsten Anteil am gesamten Krankenstand aus, ermittelte der Wirtschaftspsychologe Professor Rainer Wieland (Universität Wuppertal). Für die Studie im Auftrag der Barmer Ersatzkasse wurde die Arbeitsunfähigkeit von 1,4 Millionen Barmer-Versicherten untersucht. Die Hälfte der Patienten leidet laut Studie an Rückenschmerzen, ohne dass ein organischer Befund von Schäden an Wirbelsäule oder Bandscheibe diagnostizierbar sei. Deswegen könnten die Beschwerden durch Gesundheitsförderung im Betrieb wie vernünftige Arbeitsgestaltung und «gesunde Führung» ebenso nachhaltig verringert werden wie durch Sport oder gezielte Rückenschule, sagte der Wirtschaftspsychologe.
Seelischer Stress gehöre zu den wichtigen Auslösern des Leidens, wobei allerdings Menschen mit vorwiegend geistiger Tätigkeit nahezu ebenso häufig von Rückenschmerzen geplagt würden wie körperlich Arbeitende, sagte Wieland. Auffällig sei eine noch nicht genauer analysierte regionale Verteilung. Jährlich verursachten Rückenleiden einen volkswirtschaftlichen Verlust von 15,5 Milliarden Euro, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer, Birgit Fischer. Es sei «ein positives Signal», wenn nach jüngsten Plänen zum Jahressteuergesetz 2009 Unternehmen schon von diesem Jahr an steuerfrei 500 Euro je Arbeitnehmer für die Gesundheitsförderung im Betrieb investieren könnten.
02.07.2008 l dpa
Foto: DAK/Wigger