| Melanie Höhn |
| 12.10.2026 16:25 Uhr |
Professor Kai Zacharowski, Klinikdirektor am UK FFM, unterstrich aus intensivmedizinischer Perspektive die besondere Bedeutung einer zuverlässigen Verfügbarkeit von Arzneimitteln für Notfälle, Operationen und die Behandlung schwer verletzter Patienten. Insbesondere Antibiotika und andere unverzichtbare Medikamente müssten auch in Krisensituationen verfügbar sein, da fehlende Arzneimittel die Behandlungsmöglichkeiten unmittelbar einschränken. Er wies darauf hin, dass Deutschland zwar über eine leistungsfähige medizinische Infrastruktur verfügt, diese jedoch bei unterbrochenen Lieferketten schnell an Grenzen stoßen könne.
Darüber hinaus kritisierte Zacharowski Fehlanreize im Gesundheitssystem, die unnötige Operationen und zusätzliche Leistungen begünstigen können. Er forderte deshalb eine stärkere Ausrichtung der medizinischen Versorgung auf tatsächlich notwendige und patientenrelevante Behandlungen sowie eine Überprüfung bestehender Vergütungsmechanismen. Insgesamt plädierte er dafür, die Krisenfestigkeit des Gesundheitssystems durch eine bessere Vorbereitung, eine zuverlässige Arzneimittelversorgung und eine europäische Zusammenarbeit zu stärken.