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Flughafenmalaria
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Zweiter Todesfall bestätigt

Mehrere Beschäftigte am Frankfurter Flughafen infizieren sich mit Malaria. Zwei von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Experten untersuchen nun, wie genau die Krankheit übertragen wurde.
AutorKontaktdpa
Datum 27.08.2026  10:30 Uhr

An den Folgen einer Malariaerkrankung sind bereits zwei Beschäftigte am Frankfurter Flughafen gestorben. Der erste Todesfall ereignete sich schon Anfang Juli, wie das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt mitteilte. Die Ursache sei jedoch erst nach dem Tod des Patienten festgestellt worden.

Der zweite Todesfall war den Angaben zufolge im August. Ursache der Infektionen sollen Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich mit dem Flugzeug nach Deutschland kamen.

Das Frankfurter Gesundheitsamt teilte mit, dass insgesamt sechs Beschäftigte betroffen waren, die sich im Rahmen ihrer Arbeit mit Malaria tropica angesteckt hatten – der gefährlichsten Variante der Krankheit. Den anderen vier Infizierten geht es nach Angaben der Behörde mittlerweile wieder gut, alle seien behandelt worden.

»Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung ist vernachlässigbar«

Mitte Juli hatte das Robert Koch-Institut (RKI) zunächst einen Ausbruch von insgesamt vier Malariaerkrankungen bei Flughafen-Beschäftigten bestätigt. »Die betroffenen Personen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli 2026«, schreibt das RKI in seinem »Epidemiologischen Bulletin«. »Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch eine mit dem Flugzeug importierte, infizierte Anophelesmücke übertragen wurde.«

Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport wurden Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen. Diese würden nun in einem Labor untersucht, sagte der Sprecher.

»Wahrscheinlich ist die Mücke schon tot«, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Professor Dr. Peter Tinnemann. »Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das von Mensch zu Mensch ausweitet, ist nicht gegeben. Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung ist vernachlässigbar.«

Was ist Flughafenmalaria und sind Reisende gefährdet?

Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. »Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern.«

Das RKI schreibt, die »sehr seltene« Flughafenmalaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.

Auch ein Sprecher von Fraport unterstreicht den äußerst seltenen Übertragungsweg: »Das sind ja Mücken, die im Gepäck oder im Frachtraum mitgeflogen sind.« Die Öffnungen zum Frachtraum seien besonders groß, heißt es zur Begründung. Insgesamt sei das Risiko für Flugreisende als gering einzuschätzen.

Der Infektiologe Professor Dr. Christoph Stephan von der Frankfurter Uniklinik spricht ebenfalls von einem »sehr, sehr seltenen Ereignis«.

Malaria ohne Auslandsaufenthalt

Der letzte solche Fall sei 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen dokumentiert worden, schreibt das RKI. »Ärztinnen und Ärzte, die Personen betreuen, die an Flughäfen mit interkontinentalen Flugverbindungen (Passagier- und Frachtflüge) arbeiten oder sich in ihrer unmittelbaren Nähe aufhalten, sollten vor allem im Sommer bei unklarem Fieber und fehlender Reiseanamnese auch eine seltene Flughafenmalaria in Betracht ziehen.

Auch die Ärztin vom Gesundheitsamt Frankfurt, Regina Ellwanger Berry, betonte, Flughafenmalaria sei so selten, dass sie nicht zu den üblichen Differentialdiagnosen von Ärzten bei Personen ohne Reiseanamnese zähle. »Malaria ist gut behandelbar, wenn man weiß, dass es sich um die Malaria handelt.«

Jeder, der früh mit Malaria diagnostiziert werde, werde eigentlich wieder gesund, bestätigt Professor Dr. Michael Ramharter vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten. Ein mögliches Problem bei der Flughafenmalaria sei aber, »dass man nicht so schnell daran denkt«. Das Tückische: Die Infizierten waren nicht im Ausland. »Je länger es dauert, bis es zur Diagnose kommt, desto gefährlicher wird es«, so Ramharter.

Wie geht der Flughafen Frankfurt mit den Malaria-Fällen um?

Ein Fraport-Sprecher teilte auf Anfrage mit: »Wir haben, als wir von den Fällen erfahren haben, über unsere internen Kanäle unsere Mitarbeitenden informiert.« Es sei dafür sensibilisiert worden, bei Krankheitssymptomen zum Arzt zu gehen und auch darauf hinzuweisen, dass man am Flughafen arbeite. Zudem seien auch alle sogenannten Flughafenausweisträger informiert worden – dazu zählen neben den Fraport-Beschäftigten auch etwa Mitarbeiter von Airlines oder der Polizei.

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