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Notfallverhütung
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Wie sie wirkt – und wie nicht

Seit mehr als zehn Jahren gibt es die Möglichkeit, in der Apotheke rezeptfrei eine Notfallverhütung zu erhalten. Zwei Wirkstoffe stehen dabei zur Verfügung. Ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 26.05.2026  18:00 Uhr

Pille vergessen oder nach der Einnahme Durchfall gehabt, Kondom gerissen, gar keine Verhütung verwendet – um in solchen Fällen nicht schwanger zu werden, gibt es seit nunmehr elf Jahren die Möglichkeit einer nachträglichen Verhütung, der sogenannten Notfallverhütung oder auch Pille danach. Zwei Wirkstoffe sind verfügbar: Levonorgestrel (etwa Pidana®, Levonoraristo®, Postinor®, Unofem Hexal®) und Ulipristalacetat (etwa Ellaone®, Lencya®, Ulipristal Aristo®). Es gibt Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.

Levonorgestrel und Ulipristalacetat verhindern oder verzögern – rechtzeitig eingenommen – um circa fünf Tage den Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH), also den LH-Peak, auf den rund 24 Stunden später der Eisprung folgt. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass zeugungsfähige Spermien und befruchtungsfähige Eizelle aufeinandertreffen. Dabei spielt auch der Zeitraum, in dem Spermien lebensfähig sind, eine Rolle: Dieser beträgt rund fünf Tage. Eine Einnahme nach diesem Zeitraum ist daher nicht erforderlich, da mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine zeugungsfähigen Spermien mehr vorhanden sind.

Aus dem Mechanismus folgt auch: Es handelt sich nicht um eine »Abtreibungspille«. Zwar wird eine Anwendung während der Schwangerschaft nicht empfohlen, doch stellt eine mögliche Schwangerschaft keine Kontraindikation dar. Eine abortive Wirkung besteht nicht.

Unterschiedliche Zeitfenster

Unterschiede gibt es beim Zeitfenster, das für eine Einnahme zur Verfügung steht. Es beträgt für Levonorgestrel bis zu drei Tage und für Ulipristalacetat fünf Tage nach der Verhütungspanne. Levonorgestrel wirkt bis etwa zwei Tage vor dem nächsten Eisprung, Ulipristalacetat bis zum Tag vor dem Eisprung. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, können beide nicht mehr wirken, denn auf die anschließende Einnistung des Eies haben sie keinen Einfluss.

Grundsätzlich gilt: Je schneller eine Notfallverhütung eingenommen wird, umso besser. Und: Beide Wirkstoffe schützen nicht bis zum Ende des Zyklus, da sie den Eisprung nur verzögern. Eine Verhütung ist daher auch nach der Anwendung erforderlich. Da Ulipristalacetat die Wirkung gestagenhaltiger Kontrazeptiva vermindern kann, sollte sicherheitshalber bis zum Ende des Zyklus zusätzlich eine Barrieremethode verwendet werden.

Beide Wirkstoffe werden durch CYP3A4 metabolisiert. Ihre Wirksamkeit kann daher durch die gleichzeitige Einnahme entsprechender Enzyminduktoren herabgesetzt werden. Dazu gehören Johanniskraut, Antikonvulsiva wie Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin sowie antivirale Arzneimittel zur Behandlung von HIV wie Ritonavir, Efavirenz oder Nevirapin. Dies gilt nicht nur für eine aktuelle gleichzeitige Anwendung; auch wenn in den vergangenen vier Wochen CYP3A4-Induktoren eingenommen wurden, kann dies die Wirksamkeit der Notfallkontrazeptiva vermindern.

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