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Gefährliches Souvenir
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Wie sich Urlauber vor Denguefieber schützen können

Immer mehr Urlauber bringen das Denguefieber aus tropischen Regionen mit nach Deutschland. 2024 gab es eine Rekordzahl an Fällen. Könnte sich das Virus hierzulande ausbreiten und wie kann man sich auf Reisen schützen?
AutorKontaktPZ
Datum 29.01.2025  07:00 Uhr
Wie sich Urlauber vor Denguefieber schützen können

Weltweit ist Denguefieber die am häufigsten durch Mücken übertragene virale Infektionskrankheit. Das Denguevirus ist vor allem in tropischen und subtropischen Ländern endemisch, insbesondere in Afrika, Süd-, Südostasien, Mittel- und Südamerika. Es wird von tagaktiven Mückenarten wie der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) oder der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen, und zwar überwiegend in Städten. Die Anzahl der Regionen, in denen die Überträgermücken gefunden wurden, hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem FAQ auf seiner Homepage.

In Deutschland verbreitet sich das Virus nicht. Die hierzulande gemeldeten Fälle betreffen nahezu ausschließlich Reiserückkehrer. Die Fallzahlen in Deutschland stiegen bereits vor der Corona-Pandemie an (2018: 613 Fälle, 2019: 1176 Fälle). Nach der Pandemie erreichten sie 2024 mit 1646 einen Höchstwert (»Epidemiologisches Bulletin« 1/2025).

Könnten sich Dengueviren in Deutschland verbreiten?

Die Asiatische Tigermücke als Vektor ist sehr anpassungsfähig, was auch der Grund für ihre zunehmende Verbreitung ist: Sie wurde laut Daten des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2023 bereits in 26 europäischen Ländern nachgewiesen, in 19 gilt sie als etabliert. Auch in Deutschland tritt sie demnach regelmäßig auf. Bei der gemessenen Populationsgröße könne es theoretisch bereits zu kleineren Epidemien kommen.

Das RKI geht aber davon aus, dass eine Verbreitung in Deutschland nicht zu den hohen Fallzahlen beigetragen hat. Die gemeldeten Fälle seien in der Regel mit einer Reisetätigkeit verbunden. Zwar könne sich die Asiatische Tigermücke auch bei uns vermehren, Anfang des Jahres seien aber klimabedingt die Stechmücken in Deutschland noch nicht aktiv. In den meisten Meldejahren seien die Fallzahlen außerdem in den Sommermonaten, mit hoher Mückenaktivität bei uns, eher geringer als in der restlichen Zeit.

Das Umweltbundesamt geht außerdem davon aus, dass eine Übertragung nur dort erfolgt, wo Infizierte auf eine hohe Stechmückenpopulation treffen. Entsprechende Fälle seien vorerst nur in Südeuropa (Frankreich, Kroatien) vorgekommen. Nach Auswertung des RKI beruhen die Fallzahlen in Deutschland auch nicht auf höheren Flugreisezahlen, sondern auf einer vermehrten Virusaktivität in den Endemiegebieten.

Einer Analyse des RKI aus dem Mai 2024 zufolge gehen die meisten Erkrankungen von Reiserückkehrer in Deutschland auf Reisen in Thailand (28 Prozent), in den restlichen Ländern Asiens (22 Prozent), in Nord- und Mittelamerika inklusive der Karibik (24 Prozent) und in Südamerika (20 Prozent) zurück. In 6 Prozent der Fälle hatten sich die Reisenden in einem afrikanischen Land infiziert, heißt es vom RKI (»Epidemiologisches Bulletin« 20-21/2024). Laut einer Übersicht der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC stammen die meisten Denguevirus-Infektionen von Reiserückkehrern aus Martinique, Guadeloupe, Thailand, Mexiko, Indien und Indonesien.

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