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Neue Studie
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Wie Schlaf das Immunsystem verbessert

Forschende der LMU München haben untersucht, wie Schlaf Immunreaktionen fördert. Demnach sind insbesondere höhere Konzentrationen von zwei Hormonen dafür verantwortlich, dass T-Zellen besser agieren können.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 13.03.2024  17:30 Uhr
Prolaktin und Wachstumshormon als entscheidende Faktoren

Prolaktin und Wachstumshormon als entscheidende Faktoren

»Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schlaf die Wanderungsbereitschaft verschiedener T-Zell-Subpopulationen fördert«, fasst Studienleiterin Professor Dr. Luciana Besedovsky die Ergebnisse in einer Pressemitteilung zusammen. Demnach fördert Schlaf die gerichtete Wanderung von bestimmten T-Zellen wie CD3+-, CD4+- und CD8+-Zellen hin zu dem Signalprotein CCL19. Dieses vermittelt die Einwanderung von T-Zellen, die den entsprechenden Rezeptor für CCL19 besitzen, in die Lymphknoten.

Weiterhin konnten die Forschenden zeigen, dass die Inkubation von T-Zellen mit Blutplasma, das von Schlafenden gewonnen wurde, ebenfalls das Wanderungspotenzial der Immunzellen erhöht. »Dies zeigt, dass lösliche Faktoren, die während des Schlafs im Blutplasma erhöht sind, den Effekt von Schlaf auf die T-Zell-Wanderung vermitteln. Wir können den Effekt von Schlaf also quasi im Labor mit dem Blutplasma von schlafenden Personen nachbauen«, kommentiert Besedovsky.

Das Forschungsteam identifizierte Prolaktin und Somatotropin als entscheidende Faktoren für das beobachtete Migrationsverhalten der T-Zellen.  Beide Hormone zeigten schlafabhängige Änderungen ihrer Konzentrationen im Blutplasma. Bei Ausgeschlafenen waren sie höher.

Aus Sicht der Autoren ist die Studie wichtig, um besser zu verstehen, warum Schlaf für Immunreaktionen, beispielsweise nach einer Impfung, förderlich ist. »Unsere Ergebnisse haben auch potenzielle klinische Implikationen«, sagt Besedovsky. »So könnten sich das Wachstumshormon und Prolaktin möglicherweise als neue Wirkverstärker zur Förderung von Immunantworten nach einer Impfung eignen, insbesondere bei älteren Menschen, die häufig niedrigere Spiegel dieser Hormone im Schlaf aufweisen«.

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