Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Tipps für die Nachsorge
-
Wie man eine Weisheitszahn-OP gut übersteht

Wenn Weisheitszähne raus müssen, kann es unangenehm werden. Zwei Experten erklären, was Patienten nach der OP erwartet, welche Schmerzmittel geeignet sind und wie man die Wange am besten kühlt.
AutorKontaktdpa
Datum 23.01.2026  11:00 Uhr

Was muss ich bei Schmerzmitteln beachten?

Nicht alle Schmerzmittel eignen sich. »Nach der OP kein Aspirin nehmen», sagt Professor Dr. Christoph Benz von der Bayerischen Landeszahnärztekammer. In diesem Fall wirke der Wirkstoff ASS nicht intensiv genug und könnte die Blutgerinnung beeinflussen. Paracetamol und Ibuprofen dagegen funktionieren gut. »Fragen Sie aber immer Ihren Arzt.« Denn zum Beispiel bei einem Magengeschwür kann es mit einem nicht steroidalen Antirheumatikum wie Ibuprofen, zu Problemen kommen. »Die möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind entscheidend.«

Auch Kühlen kann gegen die Schmerzen helfen. Hierbei gilt, was der Arzt nach der OP empfiehlt. Ist das Gewebe verletzt und traumatisiert, reagiert es mit einer stärkeren Durchblutung und Schwellung. »Dann ist eine Kühlung sinnvoll«, sagt Benz. Erst muss die Wirkung der OP-Betäubungsspritze nachlassen, danach »sollte das Kühlpad oder die Eiswürfel-Packung mit Stoff ummantelt sein, sonst droht eine Unterkühlung«, sagt Christoph Benz.

Um dieses Paket am Kopf zu montieren, braucht es Kreativität. »Vielleicht mit einem Tuch von jemandem um den Kopf binden lassen. Oder sich auf dem Sofa auf die Seite legen, damit das Kühlpad so gehalten wird.« Auch sei eine Intervallkühlung mit zehn Minuten Pad, zehn Minuten Ruhe sinnvoll. »Klingt nach drei Stunden die Schwellungsphase ab, kann man aufhören.«

Wann darf ich wieder essen und trinken? Und was?

Etwa 90 Minuten nach der OP, wenn die Wirkung der Betäubungsspritze nachgelassen habe, könne der Patient laut Martin Ullner mit weicher Kost starten, bei der er nicht kauen und die Zunge nicht viel hin- und herschieben müsse. Kartoffelbrei und pürierte Suppen seien ideal, ebenso klare Brühen mit Gemüse. Eine zu heiße Mahlzeit könnte die Wunde irritieren. Ebenfalls ungünstig: Kohlensäure und Koffein. Kamillentee dagegen wirke heilend.

»Milchprodukte nach einer OP sind umstritten, da die Milchsäure die Blutgerinnung und die Wundheilung beeinflussen kann«, sagt Ullner. Er empfiehlt zur Sicherheit für die ersten drei Tage darauf zu verzichten. »Konnte die Wunde aber speicheldicht zugenäht werden, spielt das keine große Rolle.«

Mehr von Avoxa