Mit dem Kühlen sollte man erst beginnen, wenn die Narkose nachgelassen hat. Die Schwellung geht in der Regel nach drei Tagen zurück. / © Getty Images/Valentina Stankovic
Weisheitszähne brechen meist erst im Erwachsenenalter durch – oft zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr. Und nicht jeder Mensch hat sie: Manche Menschen entwickeln vier Weisheitszähne, andere nur einen oder zwei, und bei manchen wachsen gar keine. Das Problem: Unsere Kiefer sind heute kleiner als früher. Deshalb haben die Weisheitszähne oft keinen Platz mehr im Mund. Sie können schief wachsen, im Kiefer stecken bleiben oder andere Zähne verdrängen. Dann verursachen sie Schmerzen, Entzündungen oder Probleme beim Kauen – und müssen entfernt werden.
Wie aufwendig die Entfernung ist, hängt davon ab, wie der Weisheitszahn im Kiefer liegt. »Hat sich der Weisheitszahn regulär in die Mundhöhle einsortiert, ist die Entfernung oft ohne OP möglich«, sagt Martin Ullner, Oralchirurg und Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Oralchirurgen. Der Zahn kann dann ähnlich wie andere Zähne gezogen werden.
Schwieriger wird es, wenn der Weisheitszahn im Kieferknochen steckt – Fachleute nennen das »retiniert«. Dann muss der Arzt das Zahnfleisch aufschneiden und manchmal auch etwas Knochen abtragen, um an den Zahn heranzukommen. »Sind die Weisheitszähne trotz ihrer vollständigen Entwicklung nicht am vorgesehenen Platz im Gebiss durchgebrochen, ist die Entfernung eine Belastung für den Körper«, erklärt Ullner. Entsprechend länger dauert danach auch die Heilung.
Typische Beschwerden einer Weisheitszahn-OP sind:
»Sie treten vermehrt im Unterkiefer und nicht so sehr im Oberkiefer auf», sagt Ullner. »Doch der behandelnde Arzt kann das durch operatives Geschick beeinflussen.« Zudem könne er mit vor der OP verabreichten Medikamenten Schwellung und Schmerzen gut reduzieren.
Rund eine Woche braucht in der Regel der gesamte Regenerationsprozess, sagt Ullner. »Die erste Schmerz- und Entzündungsphase dauert bis zum dritten Tag nach der OP und ist meist der Grund für anhaltende Beschwerden. Denn Schwellung und Schmerzen gehen oft Hand in Hand.« Danach beginnen die Abschwellphase und der Heilungsprozess. Fortan gehe auch die Kieferklemme zurück. »Bei jugendlichen Patienten schreitet der gesamte Umbauprozess zügiger voran.«