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Pflegenotstand
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Wie KI Pflegekräfte entlasten könnte

Bis zum Jahr 2035 könnten in Deutschland rund eine halbe Million Pflegekräfte fehlen, schätzt das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. KI-basierte Lösungen, die von Datenverarbeitungssystemen bis hin zu humanoiden Robotern reichen, könnten teilweise Abhilfe schaffen. Welche Systeme könnten in den nächsten Jahr(zehnt)en kommen?
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 06.02.2024  18:00 Uhr

Angesichts der alternden Bevölkerung wird weltweit intensiv an Lösungen mit künstlicher Intelligenz (KI) für den Pflegebereich geforscht. Diese können entweder die Pflegekräfte oder die Senioren selbst entlasten beziehungsweise unterstützen. Welche KI-basierten Technologien in der Altenpflege zum Einsatz kommen (sollen), hat ein Forschungsteam um Bingxin Ma von der Medizinischen Universität Tianjin in China in einer Übersichtsarbeit zusammengetragen (»Ageing Research Reviews«, 2023, DOI: 10.1016/j.arr.2022.101808).

Demnach gehören die meisten Systeme einer der folgenden Kategorien an: humanoide oder tierähnliche Roboter, KI-gestützte Exoskelette, Smart-Home-Technologien, Apps und Wearables, Sprachassistenten und Virtual-Reality-Produkte. Sie können das Pflegepersonal körperlich entlasten oder Pflegebedürftigen bei der Rehabilitation helfen, sie emotional unterstützen, ihre Kognition trainieren oder als sozialer Vermittler dienen.

Breite Palette an Technologien

Ein Exoskelett ist eine Art robotischer Anzug, der die Kraftaufwendung reduzieren und den Bewegungsapparat entlasten soll, beispielsweise wenn Pflegekräfte Personen aus oder in Rollstühle oder Betten heben müssen. Patienten könnten sie beispielsweise dabei unterstützen, gehen zu üben – Stichwort Rehabilitation.

Smart-Home-Technologien und »intelligente« Lautsprecher sollen es Senioren ermöglichen, möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen. Beispielsweise lassen sich per Sprachbefehl Jalousien hoch- und herunterfahren oder das Licht ein- und ausschalten. KI-basierte Wearables dienen dagegen hauptsächlich als Monitoring-Instrumente, etwa indem sie per Sensoren Stürze registrieren und einen Hilferuf absetzen können.

Virtual-Reality-Brillen könnten einsamen älteren Menschen etwa durch eine virtuelle Reise oder ein virtuelles Zusammentreffen mit Avataren etwas Trost spenden. Tierähnliche Roboter wie die ursprünglich aus Japan stammende Roboter-Robbe »Paro« sollen Pflegebedürftige vor allem emotional unterstützen.

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