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Pflegenotstand
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Wie KI Pflegekräfte entlasten könnte

Bis zum Jahr 2035 könnten in Deutschland rund eine halbe Million Pflegekräfte fehlen, schätzt das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. KI-basierte Lösungen, die von Datenverarbeitungssystemen bis hin zu humanoiden Robotern reichen, könnten teilweise Abhilfe schaffen. Welche Systeme könnten in den nächsten Jahr(zehnt)en kommen?
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 06.02.2024  18:00 Uhr

Entlastung bei administrativen Aufgaben

Abgesehen von Robotern und Exoskeletten können KI-Systeme auch bei der Pflegeplanung entlasten, sodass Pflegekräften mehr Zeit für pflegerische Maßnahmen bleibt. Derzeit läuft beispielsweise das Projekt »Versorgungsintegrierte künstliche Intelligenz im professionellen Pflegeprozess« (ViKI pro) zur Entwicklung eines KI-gestützten Hilfesystems für die Langzeitpflege. Das zu entwickelnde System soll den individuellen Pflegebedarf von Patienten erkennen und wissenschaftlich fundierte Pflegemaßnahmen vorschlagen. 

Im Unterschied zu anderen Pflegedokumentationssystemen soll ViKI pro im Laufe der Zeit dazulernen können. Nach einer festgelegten Zeitspanne werden die bisherigen Maßnahmen bewertet und diese Bewertungen fließen zurück ins System. Diese Erfahrungen kann ViKI pro bei zukünftigen Fällen berücksichtigen.

Das Projekt hat im August 2022 begonnen und ist auf drei Jahre ausgelegt. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Zu den Projektpartnern gehören unter anderem das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung und das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI durchaus Potenzial hat, Abläufe in der Pflege zu vereinfachen oder Senioren in ihrer Eigenständigkeit zu fördern. Dabei dürfen die Technologien allerdings nicht als Ersatz von menschlicher Interaktion, sondern stets nur als Unterstützung betrachtet werden.

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