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Chemie im Wohnzimmer
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Wie Hunde das Raumklima verändern

Dicke Luft im Wohnzimmer? Nicht nur der Mensch beeinflusst, wie die Raumluft beschaffen ist. Eine Studie zeigt erstmals, inwieweit Hunde zur Emission von Partikeln und chemischen Verbindungen beitragen.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 14.04.2026  09:00 Uhr

Die Luft, die der Mensch in Innenräumen atmet, trägt maßgeblich zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Dabei zeigt sie in jeder Wohnung, selbst wenn die Bewohnerinnen und Bewohner gut lüften, eine einzigartige chemische Identität. Besonders alltägliche Dinge wie Kochen oder Putzen hinterlassen ihre Spuren. Dabei kann die Konzentration an Schadstoffen genauso hoch sein oder sogar höher als im Freien.

Während der menschliche Einfluss auf die Luft in Innenräumen bereits gut untersucht ist, zeigt eine Studie der École Polytechnique Fédéral de Lausanne (EPFL) in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz nun erstmals, wie Hunde im Haushalt ihren Beitrag zum Raumklima leisten. Sie ist im Fachjournal »Environmental Science & Technology« erschienen.

Dafür verbrachten die Tiere jeweils mit einem menschlichen Begleiter oder einer Begleiterin Zeit in einer streng kontrollierten Umweltkammer. Die Forschenden untersuchten, wie sich die Luft darin veränderte.

Mehr Ammoniak, Pollen und Mikroben

Hunde, vor allem große, stießen ähnlich viel CO2 aus wie erwachsene Menschen in Ruhe, produzierten aber – vermutlich wegen der eiweißreichen Ernährung und schnelleren Atmung – deutlich mehr des potenziell gesundheitsschädlichen Ammoniaks. Schüttelt oder kratzt sich ein Hund oder wird er gestreichelt, setzt er erhebliche Mengen an Partikeln wie Staub, Pollen oder Mikroben frei. Dies muss laut dem Autorenteam kein Nachteil sein, denn Studien weisen darauf hin, dass der Kontakt mit einer Vielzahl von Mikroben bei Kindern zur Entwicklung des Immunsystems beitragen kann.

Beim Streicheln der Tiere kommt zudem das Hautfett Squalen mit Ozon im Fell der Tiere in Kontakt. Dabei entstehen chemische Verbindungen wie Aldehyde und Ketone, welche die Schleimhaut reizen können. Doch selbst bei langen Streicheleinheiten entstanden deutlich weniger der Abbauprodukte, als sie beim Menschen ohnehin durch Ozon entstehen, das in die Raumluft eindringt.

Die Studie trägt laut der Forschenden dazu bei, Quellen der Luftverschmutzung besser zu verstehen und das Wohnumfeld gesünder zu gestalten.

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