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Reservoir
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Wie HIV im Verborgenen überlebt

Auch mit einer wirksamen antiretroviralen Therapie (ART) lässt sich eine HIV-Infektion nicht kurieren. Das liegt daran, dass das Virus in langlebigen, klonal expandierten CD4⁺-T-Zellen überdauert und ein sogenanntes Reservoir bildet. Ein Forscherteam aus den USA und Kanada konnte das jetzt zeigen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 26.02.2026  15:00 Uhr

Zytotoxisch geprägter Phänotyp

Hinsichtlich ihres Transkriptionsmusters erwiesen sich die Reservoirklone keineswegs als einheitlich. Dennoch konnten die Forschenden ein Muster beschreiben. Denn viele der isolierten ARC besaßen ein zytotoxisches oder TH1-ähnliches Profil und exprimierten IFN-γ, Perforin und weiteren Effektorgene. Einer der isolierten Klone wies sogar einen klaren regulatorischen T-Zell-Phänotyp (Treg) auf. Reservoirzellen sind also funktionell spezialisierte Gedächtnis-T-Zellen und bilden keine zufällige Restpopulation.

Die Forschenden konnten zudem zeigen, dass zu einem konkreten Zeitpunkt nur ein sehr kleiner Anteil der Klonzellen (weniger als 3 Prozent) HIV-Protein exprimiert. Selbst starke T-Zell-Stimulation reaktivierte nur einen Bruchteil der Proviren. Entscheidend ist jedoch die Dynamik dieser Reaktivierung. Denn einzelne Zellen durchlaufen intermittierende, kurzlebige Phasen einer produktiven HIV-Expression. Über die Zeit präsentieren also deutlich mehr Zellen temporär Antigen, als eine Momentaufnahme vermuten lässt.

Proliferation ohne Reaktivierung

Mehrere Klone proliferierten stark nach Stimulation durch einen T-Zell-Rezeptor (TCR), teilweise sogar besser als durchschnittliche CD4⁺-T-Zellen. Dabei blieb HIV in der Mehrzahl der Zellen latent. Proliferation und Virusaktivierung sind also weitgehend entkoppelt. Genau diese Fähigkeit erlaubt es den Klonen, sich zu vermehren, ohne sich immunologisch zu verraten.

Unter einem anhaltenden Druck potenter zytotoxischer T-Zellen schrumpften allerdings einige Klone dramatisch. Das kann bedeuten, dass ein Klon mehr als 90 Prozent seiner Zellen innerhalb weniger Tage verliert.

Doch nicht alle Klone reagierten gleich. Ein Treg-Reservoirklon zeigte beispielsweise eine ausgeprägte zellintrinsische Resistenz gegenüber einem durch zytotoxische T-Zellen (CTL) vermittelten Angriff. Diese Resistenz war mit einem metabolisch ruhigen, oxidativ stressarmen Zustand assoziiert. Erst durch pharmakologische Sensibilisierung mit Deferoxamin ließ sich die Empfindlichkeit gegenüber CTL deutlich steigern. 

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