| Theo Dingermann |
| 26.02.2026 15:00 Uhr |
In bestimmten Zellen kann sich das HI-Virus verstecken und ein sogenanntes Reservoir bilden, das für die antiretrovirale Therapie nicht erreichbar ist. Forschende haben diese Zellen nun charakterisiert. / © Getty Images/Callista Images
Dass sich das HI-Virus in bestimmten langlebigen Immunzellen verstecken kann, ist seit Jahrzehnten bekannt. Weil diese Zellen extrem selten sind, konnten sie bisher jedoch nicht untersucht werden. Dies ist Forschenden um Dr. Isabella Ferreira und Alberto Herrera von der Rockefeller University in New York nun gelungen: Sie isolierten sogenannte authentische Reservoirklone (ARC) aus Patienten mit HIV-Infektion, expandierten die Zellen charakterisierten sie.
Ihre Ergebnisse publizierten die Forschenden jetzt im Fachjournal »Nature«. Sie sind nicht nur für das Verständnis der Pathologie einer HIV-Infektion wichtig, sondern weisen auch den Weg in Richtung einer potenziellen Heilung. »Durch die Isolierung von ARC können wir nun direkt untersuchen, wie sie überleben und wie man sie eliminieren kann«, erklärt der Seniorautor der Studie, Professor Dr. Brad Jones, in einer Pressemitteilung.
ARC sind langlebige, klonal expandierte CD4⁺‑T‑Zellen mit einer Integration von HIV‑Proviren in ihrem Genom. Diese Zellen können sich auch unter einer ART weiter vermehren und Rebound‑kompetentes Virus produzieren, ähnlich wie das im Fall von Covid-19 beobachtet wurde.
Man findet die Virus-Integrationen bevorzugt in Genen für Zinkfinger-Proteine (ZNF) oder in heterochromatischen Regionen. So überdauern die Viren dem jahrelangen Immun- und Therapiedruck und können im Einzelfall einen erheblichen Anteil der in vivo noch vorhandenen intakten Proviren stellen.
Die Zellen, die die HIV-Insertionen tragen, gehen in einen Ruhezustand oder einen latenten Zustand über. Auf diese Weise versteckt sich das HI-Virus vor dem Immunsystem, denn in solchen, sich nicht teilenden Zellen kann das Immunsystem es nicht erkennen beziehungsweise die Zellen zerstören.
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