2025 erschien im Fachjournal »PLOS One« eine Metaanalyse zu den psychologischen, kognitiven und physiologischen Effekte des Eisbadens, die elf Studien mit insgesamt 3177 gesunden Erwachsenen einschloss. Sie ergab, dass während des Kaltwasser-Tauchens und noch eine Stunde danach Entzündungsparameter im Körper erhöht sind. Der Anstieg scheint eine natürliche Reaktion des Körpers auf die Kälte als Stressreiz zu sein. Dies steht jedoch in Gegensatz zu einer früheren Untersuchung, in der eine Verringerung von Entzündungen beobachtet wurde. Hier spielen wahrscheinlich Unterschiede zwischen den Populationen und bei den beobachteten Parametern eine Rolle.
Eine Kälteanwendung in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum scheint laut der Metaanalyse einen positiven Effekt auf das Immunsystem zu haben. Die Autoren berichten von einer Studie, in der die Probanden laut eigenen Angaben weniger krank wurden als üblich. Die Evidenz des »abhärtenden« Effektes ist aufgrund des Studiendesigns allerdings recht vage. Die Ergebnisse deuten zudem auf eine Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität hin. Interessant war die Feststellung, dass sich das persönliche Stresslevel nach dem Eisbaden zwar nicht direkt im Anschluss, aber zwölf Stunden danach deutlich reduzierte. Dies scheint auf eine verzögerte Anpassung des Körpers auf den Kältereiz hinzudeuten.
Trotz der vorliegenden Ergebnisse ist die Evidenz für die gesundheitlichen Vorteile des Eisbadens nach wie vor gering. Die Auswirkungen scheinen zeitlich begrenzt zu sein und wurden meist anhand von Beobachtungen der Probanden zusammengetragen. Außerdem unterschieden sich die Wassertemperaturen (zwischen 7 °C und 15 °C), Verweildauern (30 Sekunden bis zwei Minuten) sowie die Art der Kälteexposition (Eisbaden, kalte Duschen) deutlich voneinander. Viele Studien wurden an männlichen Sportlern durchgeführt, was eine Übertragbarkeit auf die allgemeine Bevölkerung zusätzlich erschwert.
Für eine bessere Evidenz sind größere Studienpopulationen und längere Untersuchungszeiträume nötig. Bereits jetzt kann man interessierten Apothekenkunden jedoch raten, es einfach einmal auszuprobieren, sofern keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen – und sie sich trauen.