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Kundgebung in Hannover
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Wenn Philippi Gesundheitsminister von Deutschland wär’

Dann würde der niedersächsische Gesundheitsminister es anders mit den Apotheken handhaben als sein Parteikollege Karl Lauterbach. Zumindest hat er diesen gerade per Brief aufgefordert, die Arzneimittel-Preisverordnung  (AMPreisV) schnellstmöglich anzupassen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 06.11.2024  16:04 Uhr

LAV fordert Soforthilfen für die Apotheken

Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Landesapothekerverbands Niedersachsen, freute sich über die Unterstützung und betonte die gute Zusammenarbeit auf Landesebene. Zugleich fand er deutliche Worte für die bedrohliche Lage und den Stillstand in Sachen Honorar und Wertschätzung seitens der Bundesregierung. »Stand April schrieben 10 Prozent der Apotheken rote Zahlen – mittlerweile dürften es allein durch das Skonto-Urteil noch mehr sein.«

Groeneveld schätzt, dass bis 2027, wenn die derzeit geplanten Regelung des Apotheken-Reformgesetzes greifen würden, die Apothekenzahl um 40 Prozent sinken könnte. Der Bundesgesundheitsminister nehme das offenbar in Kauf. Er habe kürzlich bei einer Veranstaltung in Walsrode zu Groeneveld gesagt, die, die es bis dahin schafften, hätten dann doch gute Chancen, mehr zu verdienen.

Groeneveld: »Wir kämpfen um unser letztes Hemd«

Abgesehen von diesem Zynismus hält Groeneveld es aus seinen Erfahrungen als DAV-Verhandlungsführer mit den Krankenkassen nicht für realistisch, faire Abschlüsse ohne jahrelange Schiedsverfahren zu erreichen. »Wir brauchen jetzt eine Erhöhung und Dynamisierung unseres Fixums, eine Kompensation für das Skonti-Urteil und Soforthilfen«, forderte der LAV-Chef. Groeneveld appellierte an die Politik, ein echtes Apotheken-Finanz-Stabilisierungsgesetz aufzulegen.

Jahrelang hätten die Apotheken Gesundheitsreform für Gesundheitsreform kompensiert. »Alles was jetzt kommt, wird spürbare Auswirkungen für die Patienten haben. Wir kämpfen um unser letztes Hemd.«

Gesundheitspolitik sei Vertrauenspolitik. Und mit einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung gehe Vertrauen zusehends verloren. Das gefährde auch die demokratischen Verhältnisse. »Die Patienten brauchen uns – das muss auch die Politik zur Kenntnis nehmen.«

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