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Essstörung ARFID
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Wenn man essen will, aber nicht essen kann

Leksch, krüsch, mäkelig – im Deutschen gibt es viele Wörter für wählerische Esser. Dahinter kann jedoch auch die Essstörung ARFID (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder) stecken, die mit großem Leidenseindruck und manchmal auch Mangelerscheinungen einhergeht. 
AutorKontaktdpa
Datum 27.05.2025  09:00 Uhr
Von der Spaghetti zur anderen Nudelform und dann zur Tomatensauce

Von der Spaghetti zur anderen Nudelform und dann zur Tomatensauce

Die Psychologinnen Hartmann Firnkorn und Julia Engelkamp haben an der Universität Konstanz eine Online-Therapie mit Videotherapiesitzungen und Selbstlernmodulen gestartet, bei der Familien individuell betreut werden. »Es ist wichtig, dass jemand Neutrales reinkommt, weil das Thema Essen häufig zum Kriegsschauplatz geworden ist«, sagt Hartmann Firnkorn.

»Wir werden ARFID nicht in zwölf Wochen zum Verschwinden bringen«, sagt die Forscherin. Für andere Essstörungen wie die Magersucht oder Bulimie sei auch häufig eine Langzeittherapie um die 60 Sitzungen notwendig. »Wir wollen aber Werkzeuge in die Hand geben, mit denen die Familie weiterarbeiten kann. Wenn Kinder aktuell nur drei bis vier Nahrungsmittel essen, dann dauert es auch über die Therapie hinaus an, zu einem ausgewogenen Ernährungsverhalten mit genügend verschiedenen Nahrungsmitteln zu gelangen.«

Wichtig sei, in kleinen Schritten vorzugehen: »Von Spaghetti vielleicht erstmal zu einer andern Nudelform oder Marke gehen und nicht gleich Tomatensoße hinzuzufügen«, meint Hartmann Firnkorn. Bedeutend seien Erfolgserlebnisse. »Das Kind soll merken, ich kann etwas anderes essen.«

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