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Schmerztherapie
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Wem hilft Virtual Reality?

Helfen Virtual-Reality-Brillen bei Schmerzen? Dazu gibt es vielversprechende Ergebnisse aus Metaanalysen und Studien. Auch Smartphone-Apps punkten mit einem Nutzen. Von den digitalen Anwendungen profitieren aber nicht alle Patienten.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 20.10.2023  13:00 Uhr
Apps als individuelle und wissenschaftliche Hilfe

Apps als individuelle und wissenschaftliche Hilfe

Der Digitalexperte wies auch auf Smartphone-Apps für Schmerzen hin, die eine kleine, aber signifikante schmerzreduzierende Wirkung erzielen könnten. Mittlerweile sind elf Apps für den Indikationsbereich Schmerz vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) anerkannt und als erstattungsfähige DiGA gelistet. »Meist beinhalten sie Elemente wie Stressreduktion, Entspannung, Schlafhygiene, Ernährung oder ein Schmerztagebuch«, fasste Schäfer zusammen. Damit könnten die Apps eine ambulante Therapie unterstützen und helfen, das Erreichte in den Alltag zu übertragen.

Auch die Apps seien nicht für alle Patienten gut geeinigt; beispielsweise hätten Menschen mit kognitiven Einschränkungen und schlechter Konzentrationsfähigkeit oft Probleme.

Kongresspräsident Privatdozent Dr. Lars Neeb, Helios Global Health Berlin, wies auf die Migräne- und Clusterkopfschmerz-App der DMKG hin, die nicht nur ein digitales Kopfschmerztagebuch für Patienten bietet, sondern auch eine anonymisierte Verknüpfung der App-Daten mit dem Kopfschmerzregister der DMKG ermöglicht. Damit stünden Real-World-Daten zur Verfügung, mit denen sich viele Fragen schneller beantworten ließen, zum Beispiel nach Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen von Migränemedikamenten. Dieses Wissen komme letztlich den Betroffenen zugute. »DiGA können den Arzt unterstützen, aber den Kontakt nicht ersetzen. Sie müssen in Behandlungspfade eingebunden werden«, resümierte der Neurologe.

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