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WHO-Jahresbericht
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Weltweit 14 Millionen Kinder ungeimpft

Die Zahl der Impfungen, die Millionen Kinder weltweit vor lebensgefährlichen Krankheiten schützen, steigt nur langsam. In manchen Ländern sieht die WHO gefährliche Trends. Neben Armut und Konflikten ist dies eine wachsende Impfskepsis.
AutorKontaktdpa
Datum 15.07.2025  10:08 Uhr

Das weitaus größte Hindernis für umfassenden Impfschutz bei Kindern seien Konflikte sowie die Schwierigkeit, Kinder in sehr abgelegenen Regionen zu erreichen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHOzur Vorstellung ihres neuen Jahresberichts zu den weltweiten Impfzahlen gemeinsam mit Unicef mit. Im vergangenen Jahr hätten 14,3 Millionen Kinder im ersten Lebensjahr keine einzige Impfung erhalten. Im Jahr davor waren es 14,4 Millionen.

Der WHO zufolge erhielten 89 Prozent der Babys und Kleinkinder, in etwa 115 Millionen, mindestens eine Dosis der Impfung gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis (DTP). 85 Prozent bekamen alle drei Dosen der Grundimmunisierung. Das waren insgesamt 109 Millionen Säuglinge. Im Jahr davor seien es marginal weniger gewesen.

2024 bekamen immerhin 171.000 Kinder mehr als im Vorjahr mindestens eine DTP-Impfdosis und eine Million mehr das volle Impfschema. »Auch wenn die Fortschritte bescheiden sind, signalisieren sie doch, dass die Länder, die sich um den Schutz der Kinder bemühen, trotz wachsender Herausforderungen weiterhin Fortschritte machen«, so die WHO. Die DTP-Impfung gilt als wichtiger Indikator für die weltweite Durchimpfung.

WHO »extrem besorgt« über wachsende Impfskepsis

Aber: Impfskepsis und einbrechende Entwicklungshilfe etwa für Impfkampagnen sind nach Einschätzung der WHO eine große Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung. »Wir sind extrem besorgt über Fehl- und Desinformation zu Impfungen«, sagt Kate O’Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. Auch die schrumpfenden Hilfsgelder seien »extrem problematisch«.

Schon im vergangenen Jahr hätten Mittel gefehlt, um arme Länder mit Impfkampagnen zu unterstützen. Die teils drastischen Kürzungen von Entwicklungshilfe in diesem Jahr – durch die USA und viele andere Länder – dürften verheerende Auswirkungen haben, fürchten WHO und Unicef.

Auf die Haltung des als Impfskeptiker angesehenen US-Gesundheitsministers Robert Kennedy wollen Expertinnen und Experten nicht direkt eingehen. Sie verweisen aber auf die wichtige Rolle von Politikern sowie religiösen oder anderen Leitfiguren, um das Vertrauen in seit Jahrzehnten überwachte und geprüfte Impfstoffe zu stärken, nicht zu schwächen. »In gut 50 Jahren sind 150 Millionen Menschenleben durch Impfstoffe gerettet worden«, sagt Ephrem Lemango von Unicef. Er rief alle Minister auf, deutlich zu machen, dass »Killerkrankheiten« wie Masern durch Impfungen verhindert werden können.

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