Adhärenz-Apps können Patienten dabei unterstützen, Medikamente regelmäßig einzunehmen. Sie sollten jedoch einfach zu bedienen sein und sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren. / © Getty Images/MStudioImages
In ihrer Masterarbeit »Bewertung ausgewählter Apps zur Förderung der Adhärenz aus Patientensicht« hat Apothekerin Imke Binder, St. Gotthard-Apotheke in Bremen, in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Heidelberg untersucht, welche Smartphone-Apps Patienten bei der regelmäßigen Einnahme ihrer Arzneimittel unterstützen können.
Ziel der Arbeit war es, geeignete Apps mit Erinnerungsfunktion aus den gängigen App-Stores zu identifizieren und deren Nutzen sowie Benutzerfreundlichkeit aus Patientensicht zu bewerten.
Zunächst durchsuchte die Apothekerin die App-Stores von Google und Apple systematisch. Die potenziellen Apps mussten zehn Kriterien erfüllen, um weiter untersucht zu werden:
Anschließend testeten zwei unterschiedliche Patientenkollektive die ausgewählten Apps. In der einen Kohorte wurden Patienten zu einer Onlinebefragung eingeladen, die kurzfristig ein Antibiotikum einnahmen und im Zuge der Abgabe in der Apotheke eingeladen wurden, die Einnahme mit einer App zu begleiten. In der anderen Kohorte nahmen multimorbide Patienten mit mindestens fünf Dauermedikamenten an einer Anwendungsbeobachtung mit begleitendem Interview teil.
In beiden Kohorten sollten die Teilnehmenden die jeweils eingesetzte App anhand der deutschen Version der »Mobile Anwendungen Rating Skala« (uMARS-G) bewerten – eines der wenigen zum Zeitpunkt der Datenerhebung verfügbaren validierten und deutschsprachigen Instrumente, um die Qualität von digitalen Gesundheitsanwendungen zu beurteilen.