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Stiller Killer
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Was tun gegen unerkannten Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist weit verbreitet und oft unerkannt. Das bestätigt eine neue Studie aus England. Dort sollen Screenings in Apotheken bei der Früherkennung helfen. Dazu müssten die Apothekenteams sie jedoch viel aktiver anbieten.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 06.10.2026  09:00 Uhr
Kostenloses Screening-Angebot noch zu unbekannt

Kostenloses Screening-Angebot noch zu unbekannt

Mit dazu beitragen dürfte, dass viele die Möglichkeit schlicht nicht nutzten, meint der Pathologe mit Verweis auf eine Umfrage des NHS aus dem Jahr 2024. Von rund 2000 Befragten gaben 44 Prozent an, das Screening-Angebot nicht zu kennen. Wiederum 59 Prozent wussten nicht, dass für die Blutdruckmessung in Apotheken kein Termin vereinbart werden muss. Zudem sind sich offenbar viele Menschen der Tragweite einer Hypertonie nicht bewusst: So war 41 Prozent der Teilnehmenden nicht klar, dass unbehandelter Bluthochdruck Herzerkrankungen nach sich ziehen kann.

Eine Rolle spielen könne auch, dass sich das Angebot nur in Ausnahmefällen an Menschen unter 40 Jahren richtet, obwohl auch jüngere Menschen nicht selten von Hypertonie betroffen sind. In der BMJ-Studie traf dies auf rund 15 Prozent der Teilnehmenden zwischen 18 und 39 Jahren zu. Zudem ersetzten Online-Apotheken zunehmend den Gang in die Vor-Ort-Apotheke. 

Nicht auf Nachfrage warten

Was ist also die Lösung? »Die Blutdruckmessung nicht mehr als etwas zu betrachten, das die Menschen aktiv einfordern müssen«, schlägt Gaze vor. Stattdessen könnte sie zu einem festen Bestandteil alltäglicher Begegnungen im Gesundheitswesen werden, etwa beim Einlösen eines Rezepts oder bei einer Impfung. Dies können auch Apothekenteams in Deutschland beherzigen, sei es im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistung bei diagnostizierter Hypertonie oder unabhängig davon. Es gibt zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Messung des Blutdrucks.

Zudem könne das Screening etwa auf Zahnärzte, Optiker oder sogar Arbeitsplätze ausgeweitet werden, schlägt Gaze vor. »Es sollte zur neuen Norm werden, die Blutdruckmessung zu den Menschen zu bringen, anstatt darauf zu warten, dass sie selbst danach fragen.« Es sollte für Menschen selbstverständlicher werden, ihren Blutdruck zu kennen – auch wenn sie sich vollkommen gesund fühlten. »Vielleicht sollten wir unseren Blutdruck genauso kennen wie unsere Körpergröße oder unser Gewicht.«

»Wir lassen unsere Autos routinemäßig zur Hauptuntersuchung bringen, selbst wenn sie scheinbar einwandfrei laufen. Unser Herz-Kreislauf-System verdient mindestens die gleiche Aufmerksamkeit. Denn wenn es um Bluthochdruck geht, ist das Gefühl, gesund zu sein, keine Garantie dafür, dass unter der Haube alles so gut funktioniert, wie es den Anschein hat«, so Gaze abschließend.

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