Um diese längeren Beratungszeiten betriebswirtschaftlich zu kompensieren, bräuchte es mehr Personal. Doch statt pauschal teuer aufzustocken, rät der Treuhand-Experte dazu, das vorhandene Personal differenziert nach Qualifikation und Bedarf einzuplanen. Empfohlen wird etwa, Stoßzeiten gezielt stärker zu besetzen und Randzeiten flexibler planen. Hochqualifiziertes pharmazeutisches Personal sollte zudem dort eingesetzt werden, wo komplexe Beratung erforderlich ist. Administrative Aufgaben hingegen sollten soweit möglich an dafür geschulte Mitarbeitende delegiert werden. Hilfreich sei zudem, Prozesse im Hintergrund (digital) zu optimieren, um mehr Zeit für den HV zu gewinnen.
Um auf die zunehmenden Bedienzeiten reagieren zu können, brauchen Apotheken transparente Steuerungsinstrumente. Wichtige Fragen lauten: Wie viele Kunden werden pro Stunde und Mitarbeiter bedient? Wie hat sich diese Zahl im Vergleich zu Vorjahren verändert? Aber auch, zu welchen Tageszeiten ist der Beratungsaufwand besonders hoch? Und: Wie entwickeln sich Umsatz pro Arbeitsstunde und Personalkostenquote?
Wer diese Größen regelmäßig auswerte, könne frühzeitig erkennen, ob längere Beratungen zu wirtschaftlichen Engpässen führen – oder ob sie durch effizientere Planung sowie neue Erlösquellen kompensiert werden können.