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Kammer Sachsen-Anhalt
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Was sich Münch vom neuen Gesundheitsminister wünscht

Das Interesse an den Themen der Apothekerschaft ist zuletzt gestiegen, wie Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, hervorhob. Er hofft in einer neuen Regierung auf eine bessere Kommunikation mit dem Bundesgesundheitsministerium.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 14.11.2024  08:38 Uhr
Was sich Münch vom neuen Gesundheitsminister wünscht

Nach dem Ampel-Aus sind die Vorhersagen für die Zukunft der Apotheken schwierig. Das betonte Jens-Andreas Münch bei der Versammlung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt (AKSA) in Magdeburg. Wer demnächst das Bundesgesundheitsministerium übernehmen werde, stehe in den Sternen. Der AKSA-Präsident hoffe aber darauf, dass »die CDU das Ressort wieder übernimmt«. In dem Fall könnten die Chancen für den Berufsstand wieder etwas besser stehen, so Münch. Das begründete er vor allem damit, dass es vonseiten der CDU bereits Vorstöße gegeben hatte, die »ganz in unserem Sinne« gewesen seien. Allerdings habe die Fraktion diese aus der Position der Opposition heraus geäußert. Man müsse die CDU also nun an ihre Ideen erinnern, machte er deutlich.

Für Münch steht eines fest: »Wir dürfen jetzt nicht nachlassen.« Mit jedem Tag, der vergehe, verliere Deutschland weitere Vor-Ort-Apotheken. Und da sich die Parteien nun wieder im Wahlkampfmodus befänden, müsse die Apothekerschaft weiter auf die Vertreter möglicher neuer Regierungsparteien zugehen und Gespräche suchen.

Was er von einem neuen Bundesgesundheitsminister erwartet, hat der AKSA-Präsident klar vor Augen. Demnach wünscht sich Münch, dass der Nachfolger von Karl Lauterbach (SPD) nicht wie dieser ohne jede Kommunikation »mit der Brechstange Ziele durchzusetzen versucht, die realitätsfern und kontraproduktiv sind«, sondern er erwarte, dass es künftig wieder zu einem »ernsthaften Dialog« kommt.

Aufgaben verteilen

Ziel müsse sein, dass Apothekerinnen und Apotheker in Zukunft mehr Handlungskompetenzen bekommen. »Das bedeutet natürlich auch mehr Verantwortung zu übernehmen«, stellte Münch klar. Eine interprofessionelle Zusammenarbeit sei dabei unabdingbar. Dabei gehe es nicht darum, sich gegenseitig Aufgaben wegzunehmen, sondern diese generell besser im Gesundheitssystem zu verteilen.

Vor dem Hintergrund des Apothekensterbens würde sich Münch »eine wirtschaftliche Atempause« für die Offizinen wünschen. »Wir brauchen schnell Unterstützung, um den weiteren Rückgang zu bremsen.« Die Politik hat seiner Auffassung nach nur noch nicht erkannt: »In Apotheken zu investieren, senkt Kosten.« In diesem Zusammenhang wies er nochmals darauf hin, dass die Offizinen hierzulande mit ihren Leistungen momentan lediglich 1,9 Prozent der Krankenkassenausgaben ausmachten.

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