| Laura Rudolph |
| 26.01.2026 12:00 Uhr |
Gabapentin und Pregabalin sind α2δ-Liganden, die spezifisch an die gleichnamige Untereinheit von spannungsabhängigen Calciumkanälen binden. Dadurch wird die Glutamat- und Calciumfreisetzung im zentralen Nervensystem reduziert, was zu antikonvulsiven, schmerzstillenden und angstlösenden Effekten führt.
»Nach einer Nervenverletzung wird die α2δ-Untereinheit von N-Typ-Calciumkanälen stark hochreguliert, daher helfen Gabapentinoide so gut«, erklärte der Pharmakologe. Dabei sei Pregabalin aufgrund seiner konstanten Bioverfügbarkeit von etwa 90 Prozent und seiner höheren Affinität zum Target vorzuziehen. Dagegen ist die Resorption von Gabapentin sättigbar, sodass die Bioverfügbarkeit abhängig von der Dosis zwischen 30 und 80 Prozent variieren kann. Außerdem sei es etwas schlechter verträglich als Pregabalin.
Allerdings werde Pregabalin zunehmend missbräuchlich konsumiert. In England und Wales steige die Zahl der Todesfälle, vor allem durch Mischkonsum mit Opioiden, weshalb dort eine BtM-Pflicht diskutiert wird.