Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Kopfschmerzen
-
Was die genaue Lokalisation verrät

Wenn man seinen Kopfschmerztyp kennt, kann die Prävention und Behandlung daran angepasst werden. Bei der Einschätzung hilft auch zu erspüren, wo genau die Schmerzen auftreten.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 14.10.2026  10:30 Uhr

Grundsätzlich rät die Deutsche Hirnstiftung: »Wer zum ersten Mal im Leben Kopfschmerzen hat, sollte zeitnah ärztlichen Rat suchen. Das gilt besonders, wenn man sehr starke Beschwerden hat oder bekannte Schmerzen sich verändern oder verstärken. Ein dringendes Warnsignal sind neurologische Symptome, wie Bewusstlosigkeit, Lähmung, Seh- oder Sprachstörung.«

Nicht nur die Schmerzqualität (hell oder dumpf, pochend oder stechend), Intensität und Dauer, auch die genaue Lokalisation von Kopfschmerzen ist wichtig für die Diagnosestellung. Denn Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz und wird deshalb mitunter unterschiedlich behandelt. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, sind Symptomtagebücher oder Apps hilfreich.

Während Migräne meist nur einseitig auftritt, umfassen Spannungskopfschmerzen normalerweise beide Kopfseiten, vor allem im Stirn- und Schläfenbereich, manchmal auch im Hinterkopf und Nacken. Die Schmerzen fühlen sich oft dumpf-drückend (»wie im Schraubstock«) an.

Diese häufige Art von Kopfschmerz kann durch muskuläre Verspannungen entstehen, oft im Schulter-Nacken-Bereich, im Hals oder auch im Kiefer. Die Ursachen für Spannungskopfschmerzen sind jedoch insgesamt viefältig, von Hormonen über psychischen Stress, Schlaf-, Bewegungs- oder Flüssigkeitsmangel und unregelmäßiges Essen bis hin zu Medikamentenübergebrauch.

Präventiv und therapeutisch sollte möglichst die Ursache behoben werden. Kalte Kompressen und Pfefferminzöl auf den Schläfen können Linderung bringen. Meist helfen herkömmliche Schmerzmittel wie Ibuprofen, ASS oder Paracetamol.

Schmerzen rund um die Augen

Schmerzen in oder hinter dem Auge sind typisch für Clusterkopfschmerzen. Sie sind besonders intensiv und treten fast immer einseitig auf.  Meist ist immer dieselbe Kopfseite betroffen. Patienten beschreiben diese Art von Kopfschmerz als extrem heftig, unerträglich, oft bohrend oder brennend. Das betroffene Auge kann auch tränen und die Nase verstopft sein.

Auch eine sogenannte Augenmigräne gibt es (Migräne mit visueller Aura). Oft kommt es dann zuerst zu einem Flimmern, partiellen Gesichtsfeldausfällen (Skotom) und visuellen Effekten wie Lichtblitzen, Zickzacklinien oder bunten Bändern. Die Sehstörung hält meist nur zehn bis 30 Minuten an, meist folgen darauf die typischen Migränekopfschmerzen. Meist treten die Sehstörungen bei beiden Augen auf, bei der seltenen retinalen Migräne, die ihren Ursprung im Augengefäß hat, kann nur ein Auge betroffen sein. Am besten sollte man sich während einer Attacke in einem ruhigen, dunklen Raum ausruhen.

Bei klassischer Migräne tritt der Schmerz typischerweise nur in einer Kopfhälfte auf, kann aber im Verlauf auch die Seite wechseln oder den gesamten Kopf betreffen. Meist macht er sich vor allem im Stirn- und Schläfenbereich bemerkbar. Er ist eher pulsierend, pochend oder stechend. Typisch ist auch, dass Migränekopfschmerz sich schon bei normaler körperlicher Aktivität verstärken kann.

Kopfschmerzen kommen auch häufig bei einer Atemwegserkrankung dazu. Bei einer Sinusitis schmerzen oft die Nebenhöhlen. Das merkt man besonders, wenn man sich vorbeugt. Hier sind meist banale virale oder seltener bakterielle Infekte schuld, manchmal Allergien. Dann helfen abschwellende Nasensprays und Medikamente oder gegebenenfalls Antihistaminika. Auch Spannungs- und Migränekopfschmerzen können sich so anfühlen, als ob die Nebenhöhlen betroffen sind.

Mehr von Avoxa