Baden entspannt, reduziert Stress und lässt einen zur Ruhe kommen – wenn man sich darauf einlässt. / © Getty Images/ronstik
Für den einen frisst die Wanne im Badezimmer bloß wertvolle Quadratmeter Wohnraum. Für die andere ist es der »Balkon des Winters«. Gefühlt gibt es nur zwei Arten von Menschen: die, die das Baden lieben und diejenigen, die dem Abtauchen im Schaum nichts abgewinnen können. Ist Baden eigentlich gesund? »Eindeutig ja«, sagt Prof. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. »Baden entspannt, reduziert Stress und lässt einen zur Ruhe kommen.« Das gilt allerdings nur für Bade-Enthusiasten. Wer ihm nichts abgewinnen kann, wird auch keinen positiven Effekt spüren.
Interessanter Nebenaspekt: Da Baden das Herz-Kreislauf-System beansprucht, werden je nach Temperatur und Dauer sogar ein paar Extrakalorien verbrannt. Der Effekt ist eher gering: »Als Diätmaßnahme eignet sich die Methode leider nicht«, sagt Tiefenbacher.
Viele steigen nur dann in die Wanne, wenn sie erkältet sind: Das Baden an sich lässt den Infekt zwar nicht schneller verschwinden. Es kann aber die Symptome lindern, etwa durch ätherische Öle in Badezusätzen, die wieder besser durchatmen lassen.
Gesunde Menschen können so heiß, so oft und so lange baden, wie sie es als angenehm empfinden, sagt Kardiologin Christiane Tiefenbacher. Grundsätzlich sprechen nur wenige medizinische Gründe gegen ein Wannenvergnügen. »Anders als vor wenigen Jahren noch empfohlen, eignen Bäder sich auch für Menschen mit schwacher Herzleistung oder sehr niedrigem Blutdruck. Bei 37 Grad und 10 Minuten passiert in der Regel auch nichts.«
Für alle mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Hauterkrankungen gilt jedoch: Es ist gut, Badepläne vorab mit Arzt oder Ärztin abzusprechen. Bei Neurodermitis und Co. können bestimmte Zusätze sogar nachweislich Linderung verschaffen, so die Münchner Dermatologin Marion Moers-Carpi.
Alkohol sollte man nur in geringem Maß in der Badewanne konsumieren. Die berauschende Wirkung fällt im warmen Wasser stärker aus, sodass alles, was über ein Gläschen hinaus geht, schnell unangenehm werden kann. Was Mahlzeiten oder Unterhaltung angeht, sollte man leichte Kost bevorzugen.