Um sich vor einer Akanthamöben-Keratitis zu schützen, entfernt man am besten die Kontaktlinsen vor dem Schwimmen. Wer auf die Linsen gar nicht verzichten möchte, kann alternativ auch eine Schwimmbrille drüberziehen. »Sie muss aber gut abschließen und konsequent getragen werden«, sagt Geerling.
Noch praktischer sind Schwimmbrillen mit Sehstärke. In vielen Fällen lassen sie sich modular zusammenbauen, sodass man für linkes und rechtes Auge unterschiedliche Sehstärken wählen kann.
Noch ein Tipp: Weil Akanthamöben auch im Leitungswasser vorkommen, sollten Kontaktlinsen niemals damit gereinigt werden, sondern nur mit dafür vorgesehenen Lösungen.
Die sogenannte »Schwimmbad-Konjunktivitis« hat nichts mit der Reizung der Augen durch Schwimmbadwasser zu tun. Gemeint ist damit eine Infektion der Bindehaut durch sexuell übertragbare Erreger, durch Chlamydien genauer gesagt. Sie können beim Sex per Schmierinfektion vom Geschlechtsorgan in die Augen geraten. Auch Säuglinge können sich bei der Geburt infizieren.
Der Begriff der Schwimmbad-Konjunktivitis sei historisch zu erklären, so Geerling. Als das Schwimmbadwasser noch nicht gechlort wurde, konnte es eher zu solchen Infektionen im Schwimmbad kommen. Heute ist das aber kein Massenphänomen.
Erstes Anzeichen ist, dass das Auge ein weißlich-schleimiges Sekret bildet. Das Sehvermögen ist beeinträchtigt, das Auge kann verklebt sein oder nässen. Solche Anzeichen sollte man abklären lassen.
Der Augenarzt oder die Augenärztin nimmt dazu einen Abstrich von der Bindehaut. Gibt es einen Nachweis der Chlamydien, sollten auch Geschlechtspartner entsprechend untersucht und gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden.