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Freibad und Co.
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Was beim Baden beachtet werden muss

Das Planschen im See oder Freibad war eine Wohltat – allerdings nicht für die Augen? Was hinter geröteten Augen stecken kann und welche Gefahren im See lauern, erklärt ein Augenarzt.
AutorKontaktdpa
Datum 07.07.2026  12:00 Uhr

Gerät beim Freibadbesuch Wasser in die Augen, merken manche Menschen das auch noch, wenn sie längst das Becken verlassen haben. Gerötete und gereizte Augen durch Chlorwasser sind keine Seltenheit, weiß Professor Dr. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Pressesprecher der Stiftung Auge.

Das Wasser im Freibad wird aus hygienischen Gründen mit Desinfektionsmitteln behandelt, vor allem mit Chlor. Das hat an sich bereits einen potenziell reizenden Effekt auf das Auge. Verbindet sich das Chlor mit dem Harnstoff aus Urin oder mit Schweiß, reizt das zusätzlich.

Diese Kombination irritiert die Zellen auf der Oberfläche von Hornhaut und Bindehaut. Da diese Gewebe 20-mal so schmerzempfindlich sind wie eine Zahnwurzel, wird ein solcher Reiz sehr schnell wahrgenommen, erläutert Geerling.

Künstliche Tränen helfen

Menschen, die einen instabilen Tränenfilm haben, also zu trockenen Augen neigen, sind besonders betroffen. Bei ihnen gelangen irritierende Stoffe nämlich einfacher an die Augenoberfläche.

Die Beschwerden lassen sich mit Tränenersatzmitteln, am besten ohne Konservierungsstoffe, gut in den Griff bekommen. Wenn man weiß, dass man empfindliche Augen hat, kann man vor dem Baden und danach einen Tropfen ins jeweilige Auge geben. Außerdem ist eine Schwimmbrille eine gute Idee.

Gehen die Beschwerden nicht weg, sind die Augen beispielsweise zwei Tage später immer noch rot, sollte man dies augenärztlich abklären lassen. Auf keinen Fall sollte man gereizte Augen nach dem Schwimmbadbesuch auf eigene Faust mit Kortison oder Antibiotika behandeln.

Mit Kontaktlinsen besser nicht in den See

Wer kurzsichtig ist, möchte auch beim Schwimmen nicht nur verschwommen sehen. Mit der Alltagsbrille auf der Nase in den See zu gehen, ist ebenfalls keine gute Idee. Hat man Pech, geht die Sehhilfe verloren. Mit Kontaktlinsen im Auge zu baden, birgt allerdings Risiken. Beim Schwimmen in Naturgewässern ist das Tragen von Kontaktlinsen nämlich Hauptrisikofaktor für schwere Entzündungen der Hornhaut, warnt Geerling.

Konkret droht eine Akanthamöben-Keratitis. Akanthamöben sind winzige Lebewesen, die natürlicherweise in Badeseen und Flüssen, im Meer und auch im Leitungswasser vorkommen.

Auf Kontaktlinsen – insbesondere den weichen Varianten – haften sie gut an, erklärt Augenarzt Geerling. Kommt es zu einer Mini-Verletzung der Hornhaut, etwa weil ein Staub- oder Sandkorn unter die Linse geraten ist, können die Amöben eindringen und eine Infektion auslösen.

Mit so einer Entzündung ist nicht zu spaßen: Sie bringt Augenschmerzen, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen und ein starkes Fremdkörpergefühl mit sich. Die Behandlung ist Geerling zufolge langwierig. Etwa jeder sechste Betroffene braucht eine Hornhauttransplantation.

Schwimmbrillen helfen - auch mit Sehstärke

Um sich vor einer Akanthamöben-Keratitis zu schützen, entfernt man am besten die Kontaktlinsen vor dem Schwimmen. Wer auf die Linsen gar nicht verzichten möchte, kann alternativ auch eine Schwimmbrille drüberziehen. »Sie muss aber gut abschließen und konsequent getragen werden«, sagt Geerling.

Noch praktischer sind Schwimmbrillen mit Sehstärke. In vielen Fällen lassen sie sich modular zusammenbauen, sodass man für linkes und rechtes Auge unterschiedliche Sehstärken wählen kann.

Noch ein Tipp: Weil Akanthamöben auch im Leitungswasser vorkommen, sollten Kontaktlinsen niemals damit gereinigt werden, sondern nur mit dafür vorgesehenen Lösungen.

Was hat es mit der »Schwimmbad-Konjunktivitis« auf sich?

Die sogenannte »Schwimmbad-Konjunktivitis« hat nichts mit der Reizung der Augen durch Schwimmbadwasser zu tun. Gemeint ist damit eine Infektion der Bindehaut durch sexuell übertragbare Erreger, durch Chlamydien genauer gesagt. Sie können beim Sex per Schmierinfektion vom Geschlechtsorgan in die Augen geraten. Auch Säuglinge können sich bei der Geburt infizieren.

Der Begriff der Schwimmbad-Konjunktivitis sei historisch zu erklären, so Geerling. Als das Schwimmbadwasser noch nicht gechlort wurde, konnte es eher zu solchen Infektionen im Schwimmbad kommen. Heute ist das aber kein Massenphänomen.

Erstes Anzeichen ist, dass das Auge ein weißlich-schleimiges Sekret bildet. Das Sehvermögen ist beeinträchtigt, das Auge kann verklebt sein oder nässen. Solche Anzeichen sollte man abklären lassen.

Der Augenarzt oder die Augenärztin nimmt dazu einen Abstrich von der Bindehaut. Gibt es einen Nachweis der Chlamydien, sollten auch Geschlechtspartner entsprechend untersucht und gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden.

 

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