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Neue Influenza-Impfstoffe
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Warum und wie Grippeimpfstoffe weiterentwickelt werden

Klassischerweise werden Grippeimpfstoffe mithilfe von Hühnereiern produziert und haben eine Standarddosierung. Hochdosiert, adjuvantiert oder zellkulturbasiert: Mit weiterentwickelten Impfstoffen soll eine bessere, passendere Immunantwort erreicht werden. Drei solcher Impfstoffe sind bereits in Deutschland auf dem Markt, für einen weiteren könnte bald die Zulassung beantragt werden.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 26.01.2026  18:00 Uhr

Während die derzeitige Grippewelle noch in vollem Gange ist, werden Apotheken und Arztpraxen bereits aufgerufen, ihre Impfstoffbestellungen für den nächsten Herbst zu tätigen – denn die Hersteller müssen planen und die Produktion vorbereiten. Die Bestellungen sollten so früh wie möglich erfolgen, sind aber bis Ende März möglich, teilte Dr. Markus Kirchner, Medical Director von CSL Seqirus, kürzlich bei einem Pressegespräch mit. Dabei ging es nicht nur um das aktuelle Influenzageschehen, sondern auch die Besonderheiten und Unterschiede der verschiedenen Grippeimpfstoffe.

Die klassischen Influenzaimpfstoffe, die in Deutschland auf dem Markt sind, werden Ei-basiert hergestellt und enthalten 15 µg Hämagglutinin-Antigen pro Influenzastamm. In der Antigen-Zusammensetzung unterscheiden sie sich nicht, da die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese jedes Jahr im Frühjahr für alle Präparate vorgibt. Die entsprechende Empfehlung für die Nordhalbkugel erfolgt in der Regel Ende Februar.

Ausgesucht werden drei oder vier Virusstämme, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Grippegeschehen im folgenden Herbst dominieren werden. Derzeit sind es trivalente Impfstoffe. Die Influenza‑B‑Linie B/Yamagata wurde wieder entfernt, da sie nicht mehr zirkuliert – aus tetravalenten wurde trivalente Impfstoffe. 

Wie gut wirksam diese Impfstoffe sind (das Ziel ist die Verhinderung schwerer Influenzaverläufe, von Hospitalisierungen und Sterbefällen), hängt dabei im Wesentlichen davon ab, wie die Influenzaviren bis zur Grippesaison weiter mutieren (Antigendrift) und wie gut das Immunsystem auf die Impfung anspringt. Ältere Personen entwickeln aufgrund der Immunoseneszenz, der Alterung des Immunsystems, in der Regel eine schwächere Immunantwort, sodass sie laut Ständiger Impfkommission (STIKO) sogenannte weiterentwickelte Grippeimpfstoffe erhalten sollen.

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