Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Faktenblatt der ABDA
-
Warum die BMG-Reformpläne die Apotheken schwächen

Mit einem Faktenblatt hat die ABDA nun auf die jüngsten Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) reagiert. Dies soll verdeutlichen, warum die geplanten Reformschritte in die falsche Richtung gehen.
AutorKontaktPZ
Datum 28.09.2023  15:05 Uhr
Warum die BMG-Reformpläne die Apotheken schwächen

Die jüngst präsentierten Pläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Apotheken-Reform sind für die Apothekerschaft ein rotes Tuch. Mit einem Faktenpapier untermauert die ABDA nun ihre Ansicht, dass die Umsetzung der Vorschläge die Apothekenversorgung massiv schwächen würde. Zuvor hatte die ABDA im Nachgang des virtuellen Besuchs von Minister Karl Lauterbachs (SPD) auf dem Deutschen Apothekertag bereits mit einer Resolution ihre Kritik an Lauterbachs Vorschlägen deutlich gemacht. Nun geht die ABDA Punkt für Punkt auf die Ideen ein und erklärt, warum sie aus ihrer Sicht in die falsche Richtung führen.

Lockerung des Mehrbesitzverbots

BMG-Plan: »Erhöhung der Anzahl möglicher Filialapotheken pro Hauptapotheke sowie vereinfachte Gründung von Zweigapotheken in strukturschwachen Gebieten.«

Dazu die ABDA: »Erfahrungen aus anderen Ländern, wie beispielsweise Dänemark, zeigen, dass die Ausweitung der Filialbesitz-Möglichkeiten keine positiven Effekte hat. Konkret ist die Apothekenzahl nach der Ausweitung des Filialbesitzes in Dänemark zwar gestiegen. Allerdings eröffneten die neuen Apotheken in den Stadtzentren. Der vom BMG erhoffte positive Effekt auf die Versorgung in strukturschwachen Regionen wird nicht eintreten.«

Keine Rezeptur- und Notdienstpflicht für Filialen

Plan: »Erleichterte räumliche Anforderungen für Filial- und Zweigapotheken: Pflicht zur Vorhaltung eines Labors, eines Rezepturherstellungsplatzes und eines Notdienstzimmers entfällt.«

Dazu die ABDA: »Die Patientinnen und Patienten haben Recht auf eine gleichwertige Versorgung in allen Landesteilen. Wenn es künftig ganze Regionen gibt, in denen ausschließlich nur Filialapotheken betrieben werden, würden die Menschen dort keine Rezepturen mehr bekommen und im Notdienst gar nicht mehr versorgt werden. Es ist zudem nicht zu erwarten, dass sich durch diese Maßnahmen in strukturschwachen Regionen mehr Apothekenfilialen gründen werden. Es könnte sogar ein Negativ-Effekt entstehen: Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese qualitativ schlechter ausgestatteten Filialen in Nähe von vollversorgenden Hauptapotheken ansiedeln, was wiederum dazu führen könnte, dass genau diese Hauptapotheken unter zusätzlichen Druck geraten und möglicherweise schließen müssen.«

Mehr von Avoxa