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Drei mögliche Faktoren
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Warum Alzheimer häufiger Frauen trifft

Frauen erkranken deutlich häufiger an Alzheimer als Männer. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März informiert die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) über aktuelle Erkenntnisse zu mutmaßlichen Ursachen.
AutorKontaktPZ
Datum 08.03.2024  10:00 Uhr

Insgesamt sind laut Angaben der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) zwei Drittel der Menschen mit Alzheimer-Krankheit Frauen. »Forscherinnen und Forscher hatten dieses Ungleichgewicht lange der höheren Lebenserwartung von Frauen zugeschrieben, da der größte Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit das Alter ist«, heißt es in einer Mitteilung des gemeinnützigen Vereins. Heute wisse man jedoch: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau an Alzheimer erkrankt, ist höher als bei einem Mann, unabhängig von der jeweiligen Lebenserwartung. Als Ursache sei in den letzten Jahren verstärkt der weibliche Hormonhaushalt in den Blick gerückt.

Ein aktueller Übersichtsartikel in »Neuroforum« zeige, dass Ursachen auch in den geschlechtsspezifischen Genen zu finden seien. Privatdozent Dr. Alex Yang Liu und Professor Dr. Klaus Faßbender vom Universitätsklinikum des Saarlandes hätten drei Faktoren identifiziert, die mutmaßlich dazu beitragen, dass Frauen häufiger an Alzheimer erkranken.

Durchblutungsstörungen im Gehirn

So deuteten neue Erkenntnisse darauf hin, dass vaskuläre Faktoren bei der Entwicklung von Alzheimer eine wichtige Rolle spielen. Bei rund 80 Prozent der Erkrankten träten Durchblutungsstörungen im Gehirn auf, informiert die AFI. Ursache sei unter anderem der Abbau von Perizyten, an der Außenwand von Gefäßen anliegende Zellen, die den Blutfluss im Gehirn regulieren.

Nehme die Zahl dieser Zellen ab, werde das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und die geistigen Fähigkeiten ließen nach. Außerdem könnten sich verstärkt schädliche β-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn ansammeln, die mutmaßlich zum Absterben von Nervenzellen führten. Die Gene, die die Funktion der Perizyten steuern, liegen auf den männlichen und weiblichen Geschlechtschromosomen, was zu einer unterschiedlichen Regulation der Perizyten führe.

»Ich denke, der vaskuläre Aspekt ist sehr wichtig, um zu verstehen, warum Frauen häufiger an Alzheimer erkranken. Vor der Menopause haben Frauen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Nach der Menopause verdoppelt sich bei Frauen nahezu die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Schlaganfällen«, erklärt Erstautor Yang Liu.

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