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Stiftung Warentest 
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Warnung vor Melatonin-Gummis für Kinder

Sehen aus wie Süßigkeiten, sind aber keine: Melatonin-Gummis sollen Kindern dabei helfen, besser in den Schlaf zu finden. Stiftung Warentest hat sich einige Präparate angeschaut und raten von ihrem Einsatz ab. 
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 18.06.2025  12:00 Uhr
Problem 3: Die Präparate ähneln einer Nascherei

Problem 3: Die Präparate ähneln einer Nascherei

In ihrer Aufmachung erinnern die Präparate an Fruchtgummis. Das birgt Gefahren: Naschen Kinder (heimlich) davon, drohen Überdosierungen – zumal zwei von vier Behältern nicht einmal einen Sicherheitsverschluss haben.

Im Jahr 2021 standen in den USA etwa 5 Prozent aller Giftnotfälle bei Kindern im Zusammenhang mit einer Melatonin-Einnahme. Laut einer Studie stieg dort zwischen 2012 und 2021 außerdem die Zahl der Klinikaufenthalte von Kindern nach einem unbeabsichtigten Melatonin-Gebrauch an, vor allem bei Kindern unter sechs Jahren.

Doch wie umgehen mit Schlafproblemen?

Braucht das Kind mehrmals pro Woche länger als 20 Minuten zum Einschlafen? Das gibt Anlass, professionelle Hilfe einzuholen, so die Stiftung Warentest. Eine Familienberatung, die Kinderarztpraxis oder ein sozialpädiatrisches Zentrum sind dann Anlaufstellen.

Manchmal können schon kleine Anpassungen einen Unterschied machen. Angelika Schlarb, Psychologin von der Universität Bielefeld, gibt in der Zeitschrift folgende Tipps:

  • Rituale in den Abend einbauen, zum Beispiel Vorlesen.
  • Nicht erst mit dem Kind über den zurückliegenden Tag sprechen, wenn es schon im Bett liegt. Das kann aufwühlen. Besser: beim Abendessen.
  • Das Bett im Zimmer so ausrichten, dass das Kopfteil nicht zur Tür zeigt. »Nur so fühlen sich Menschen jeden Alters sicher«, so Schlarb.

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